Tourneen abgesagt oder verschoben: Chemnitzer Stadthalle in der G-Regel-Falle

Chemnitz - Nach ihrem vielbeschworene Neustart fährt die Kultur zickzack, wird von unübersichtlichen Regelungen zunehmend ausgebremst. Das hat auch für die Chemnitzer Stadthalle Folgen. Manche Besucher müssen unverhofft den Heimweg antreten, obwohl sie gültige Karten haben.

Stadthallen-Chef Ralf Schulze (54) kann die Kultur nur bedingt zurück auf die Bühne bringen, weil es viele Tour-Absagen und verschiedene Einlassregeln der Veranstalter gibt.
Stadthallen-Chef Ralf Schulze (54) kann die Kultur nur bedingt zurück auf die Bühne bringen, weil es viele Tour-Absagen und verschiedene Einlassregeln der Veranstalter gibt.  © Uwe Meinhold

Stadthallen-Chef Ralf Schulze (54): "Während der Kongress- und Tagungsbereich wieder gut angelaufen ist, haben wir im Kulturbereich leider noch ein sehr ausgedünntes Programm."

Viele große Tourneen werden durch bundesweite Unterschiede bei 2G- und 3G-Regeln derzeit komplett abgesagt oder auf nächstes Jahr verschoben, beispielsweise Otto und das Konzert der Londoner Philharmoniker mit Harry-Potter-Filmmusik.

Wer Tickets hat, tut gut daran, sich einige Tage vorher über die Einlass-Bedingungen zu informieren.

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Hauseigene Produktionen stehen mit der 3G-Regel allen Gästen offen - in anderen kann der Zutritt dagegen auf Geimpfte, Genesene und Besucher mit PCR-Test beschränkt sein.

Für etliche Veranstaltungen gelten auch in der Stadthalle 2G-Regeln, wie am Dienstagabend bei Gregor Gysi (73, Die Linke).
Für etliche Veranstaltungen gelten auch in der Stadthalle 2G-Regeln, wie am Dienstagabend bei Gregor Gysi (73, Die Linke).  © Uwe Meinhold

PCR-Test meist teurer als der Eintritt

Eigentlich sollte auch Otto Waalkes (73) am Dienstag in der Stadthalle auftreten. Doch die Tour wurde um ein Jahr verschoben.
Eigentlich sollte auch Otto Waalkes (73) am Dienstag in der Stadthalle auftreten. Doch die Tour wurde um ein Jahr verschoben.  © Sven Simon

"Von den 1500 Gästen des Bee-Gees-Musicals konnten wir deshalb 20 leider nicht reinlassen", so Schulze. Der Test, der rund 50 Euro oder 115 Euro als Expressvariante kostet, ist meist teurer als der Eintritt.

Hinter den Kulissen müht sich die Stadthalle, die Einschränkungen so gering wie möglich zu halten.

"Wenn es möglich ist, versuchen wir vom Kleinen Saal in den größeren Stadthallensaal umzuziehen oder die Bestuhlung zu ändern, um Mindestabstände zu schaffen. Dazu kommt ein großer Aufwand, für Einlass-Kontrollen und Kontaktformulare", sagt C³-Sprecherin Yvonne Buchheim (42).

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Sie weiß: "Für Besucher ist vieles nicht so leicht nachzuvollziehen."

Titelfoto: Uwe Meinhold

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