Weitere Stolpersteine erinnern an Chemnitzer NS-Opfer

Chemnitz - Zur Erinnerung an Chemnitzer Bürger, die von Nationalsozialisten verfolgt und getötet wurden, hat die Stadt am Donnerstag an mehreren Orten weitere Stolpersteine verlegt.

Sven Schulze (49, SPD), Oberbürgermeister der Stadt, legt Blumen nach der Verlegung von Stolpersteinen auf dem Gehweg der Zschopauer Straße nieder.
Sven Schulze (49, SPD), Oberbürgermeister der Stadt, legt Blumen nach der Verlegung von Stolpersteinen auf dem Gehweg der Zschopauer Straße nieder.  © Bodo Schackow/dpa-Zentralbild/dpa

Erinnert wird nun auf diesem Weg etwa an die Geschwister Marianne und Roland Rotstein, die mit ihrer Familie auf dem Sonnenberg lebten. Nach Angaben der Stadt wurden sie nach Theresienstadt deportiert, überlebten aber den Holocaust.

Geehrt werden nicht nur jüdische Mitbürger, sondern auch Menschen, die etwa wegen ihrer Homosexualität oder ihrer politischen Einstellung verfolgt wurden.

Bei den Stolpersteinen handelt es sich um ein Projekt des Künstlers Gunter Demnig. In Chemnitz wurden im Sommer 2007 die ersten dieser Steine an einstigen Wohnorten von Verfolgten verlegt - inzwischen ist ihre Zahl auf mehr als 200 gewachsen.

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Am Donnerstag sollten insgesamt 27 neue Stolpersteine verlegt werden. Auf den Steinen ist eine 10 mal 10 Zentimeter große Messingtafel angebracht, auf der Name und wichtige Lebensdaten des jeweils Betroffenen vermerkt sind.

Das Projekt hole persönliche Schicksale aus der Anonymität, betonte Oberbürgermeister Sven Schulze (49, SPD). "Es wird in den einzelnen Biografien deutlich, wie grausam die systematische Ausgrenzung, die Hetze und der Mord an Millionen von jüdischen Bürgerinnen und Bürgern war."

Ein Mitarbeiter des städtischen Bauhofes verlegt auf dem Gehweg der Ludwig-Kirsch-Straße Stolpersteine.
Ein Mitarbeiter des städtischen Bauhofes verlegt auf dem Gehweg der Ludwig-Kirsch-Straße Stolpersteine.  © Bodo Schackow/dpa-Zentralbild/dpa

Das dürfe nicht vergessen und nie wieder weggeschaut werden, wenn Menschen anderen Menschengruppen etwas antun wollen. "Die Stolpersteine sind so mehr als ein Mahnmal, sie sind eine tägliche Erinnerung auf all unseren Wegen."

Titelfoto: Bodo Schackow/dpa-Zentralbild/dpa

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