Zehn Jahre nach Selbstenttarnung: Chemnitzer fordern NSU-Gedenkstätte

Chemnitz - Die Fraktionen der Linken und Grünen setzen sich für eine NSU-Gedenkstätte in Chemnitz ein: "Hier ist einfach zu lange nichts passiert", sagt Stadträtin Carolin Juler (24, Linke) und hofft, gemeinsam mit Oberbürgermeister Sven Schulze (50, SPD) eine konstruktive Lösung zu finden.

Linken-Stadträtin Carolin Juler (24) findet, es ist höchste Zeit, dass Chemnitz eine NSU-Gedenkstätte bekommt.
Linken-Stadträtin Carolin Juler (24) findet, es ist höchste Zeit, dass Chemnitz eine NSU-Gedenkstätte bekommt.  © Kristin Schmidt

Erst vor wenigen Wochen flammte die alte Kritik neu auf. Hannah Zimmermann (32), Projektleiterin der NSU-Ausstellung "Offener Prozess", hatte in einer Podiumsdiskussion in der Neuen Sächsischen Galerie die Stadt ermahnt, dass es ihre Verantwortung sei, einen Gedenkort zu schaffen. Vor allem die Rolle der NSU-Unterstützer solle thematisiert werden.

Linke und Grüne richteten sich nun in einer Anfrage an den Rathaus-Chef und wollten wissen, wie es um das Thema Aufarbeitung bestellt ist und wie hier die Pläne sind. OB Schulze wies in seiner Antwort darauf hin, dass seit 2011 Projekte mit dem Schwerpunkt NSU in Höhe von rund 200.000 Euro gefördert wurden.

Im Rahmen der Kulturhauptstadt werde eine "Europäische Werkstatt für Kultur und Demokratie (EWKD)" entwickelt.

Am Zwickauer Gedenkort erinnert eine Tafel an die Gräueltaten der NSU.
Am Zwickauer Gedenkort erinnert eine Tafel an die Gräueltaten der NSU.  © dpa/Hendrik Schmidt

Zudem stünden jährlich 80.000 Euro für Grund- und Menschenrechtsprojekte im Haushalt bereit.

Titelfoto: Kristin Schmidt

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