Mädchen (11) auf Heimweg totgefahren: Geldstrafe!

Döbeln - Der tragische Unfalltod eines elfjährigen Mädchens nahe Penig schockte im Jahr 2019 ganz Mittelsachsen. Auf dem Heimweg wurde das Kind an einer Bushaltestelle totgefahren, weil es unachtsam auf die Straße gerannt war.

Azubi Philipp S. (23, l.), hier im Gespräch mit seinem Anwalt, hatte keine Chance rechtzeitig zu bremsen.
Azubi Philipp S. (23, l.), hier im Gespräch mit seinem Anwalt, hatte keine Chance rechtzeitig zu bremsen.  © privat

Azubi Philipp S. (23) saß nervös und blass auf der Anklagebank des Amtsgerichts Döbeln. Selbstbewusster als sein Auftreten waren seine Worte: "Es war eine tragische Sache, doch ich bin mir nicht direkt der Schuld bewusst."

Am 19. März 2019 sei er den üblichen Schulweg über die S247 gefahren. Im Ortsteil Langenleuba-Oberhain auf Höhe der Bushaltestelle habe er das Kind wahrgenommen und gebremst. "Dann kam es zum Knall."

Das Mädchen sei hinter dem Schulbus auf die Straße gerannt und einer Freundin gefolgt, sagt die Staatsanwaltschaft. Ein tödlicher Fehler. Schulkameraden mussten das Drama aus dem Bus mit ansehen.

Chemnitz: Notbremsung in CVAG-Bus: Fahrgast schwer verletzt
Chemnitz Lokal Notbremsung in CVAG-Bus: Fahrgast schwer verletzt

Laut Gutachter hatte der Angeklagte im Haltestellenbereich 66 Kilometer pro Stunde auf dem Tacho. 70 waren erlaubt. Er hätte "40" fahren müssen, um den Unfall zu vermeiden.

Dies macht die Richterin ihm zum Vorwurf: "Sie hätten ein höheres Maß an Sorgfalt walten lassen müssen." Dennoch ein mildes Urteil: 1500 Euro Geldstrafe (60 Tagessätze à 25 Euro) wegen fahrlässiger Tötung.

Der Angeklagte war zum Unfallzeitpunkt seit vier Monaten in Besitz des Führerscheins. Die Strecke zur Schule fuhr er aber regelmäßig.
Der Angeklagte war zum Unfallzeitpunkt seit vier Monaten in Besitz des Führerscheins. Die Strecke zur Schule fuhr er aber regelmäßig.  © Mario Hösel
Eine kleine Gedenkstätte erinnert am Straßenrand an die Elfjährige.
Eine kleine Gedenkstätte erinnert am Straßenrand an die Elfjährige.  © Uwe Meinhold

Bushaltestelle gefährlich! Landkreis handelt

Ein vernichtendes Urteil erhielt indes die Bushaltestelle. Zwar wird hier auf Schulbusse hingewiesen, doch für Fußgänger gibt es kaum Platz.

"Die Beschilderung in der Region um Penig wurde angepasst, mehrere Aufstellungen von Gefahrzeichen sind erfolgt", sagt eine Landkreis-Sprecherin.

Außerdem wurden die Linien angepasst, sodass Schüler hier nicht mehr umsteigen müssen.

Titelfoto: Uwe Meinhold, Privat

Mehr zum Thema Chemnitz: