Millionenprojekt soll Chemnitzfluss schützen: Riesiges Regen-Überlaufbecken geplant

Chemnitz - Der städtische Entsorgungsbetrieb ESC plant auf dem Gelände der Kläranlage Heinersdorf ein riesiges Regen-Überlaufbecken. EU-Richtlinien zum Gewässerschutz machen das Bauvorhaben zur Pflichtaufgabe - es soll den Chemnitzfluss bei Starkregen vor der Verunreinigung mit Abwässern bewahren.

In der Kläranlage Heinersdorf soll bald ein Millionen-Projekt zum Gewässerschutz entstehen.
In der Kläranlage Heinersdorf soll bald ein Millionen-Projekt zum Gewässerschutz entstehen.  © Maik Börner

Ursprünglich war ein rund 4.000 Kubikmeter großes Regen-Überlaufbecken im Stumpf der Brückenstraße geplant. Eine Kostenexplosion von 16 auf 42 Millionen Euro ließ es zum jahrelangen Zankapfel im Stadtrat werden. 2

018 löste sich das Problem scheinbar in Luft auf: "Das Regen-Überlaufbecken in der Brückenstraße muss nicht gebaut werden", teilte die damalige Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig (58, SPD) mit. "Neben einigen Regen-Überläufen muss lediglich in der Zentralen Kläranlage Heinersdorf ein Becken erweitert werden", hieß es dazu von der Stadt.

Aktuell befindet sich der Entsorgungsbetrieb "in der vorbereitenden Phase" dieser Erweiterung, die nun dreimal so groß geplant wird wie das verworfene Bauwerk in der Brückenstraße.

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Ob dafür "lediglich ein Becken erweitert" wird, ist offen. "Es steht noch nicht fest, ob ein bestehendes Regen-Überlaufbecken erweitert oder komplett neu gebaut wird", teilt der ESC mit.

Auch beim Thema Kosten hält sich Betriebsleiter Dirk Behrendt (58) auf TAG24-Anfrage bedeckt: "Aufgrund der im General-Entwässerungsplan ausgewiesenen Größe des Beckens mit circa 12 000 Kubikmetern Speichervolumen ist von einer Investitionssumme im zweistelligen Millionenbereich auszugehen."

Das Regen-Überlaufbecken ist schon lange im Gespräch. Ursprünglich war die Brückenstraße als Standort geplant.
Das Regen-Überlaufbecken ist schon lange im Gespräch. Ursprünglich war die Brückenstraße als Standort geplant.  © Kristin Schmidt
ESC-Betriebsleiter Dirk Behrendt (58) rechnet mit hohen Kosten.
ESC-Betriebsleiter Dirk Behrendt (58) rechnet mit hohen Kosten.  © Uwe Meinhold

Konkretere Zahlen stehen im Investitionsplan des ESC, der dem Betriebsausschuss des Stadtrates vorgelegt wird. Dort wird mit Anschaffungskosten von 35,22 Millionen Euro gerechnet.

Titelfoto: Maik Börner, Uwe Meinhold

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