Mittelsachsen schrumpft um 1,8 Hektar: Hier "klaut" ein Landrat dem anderen das Land

Niederfrohna - Die Grenzen im Freistaat verschieben sich. Der Landkreis Zwickau hat dem Landkreis Mittelsachsen eine 1,8 Hektar große Fläche "geklaut". Ein Weg und ein Feld an der A72, bisher Teil von Mühlau, gehören ab sofort in den Hoheitsbereich der Gemeinde Niederfrohna. Traurig ist darüber nicht einmal die "Verliererseite".

Das Tauziehen ist nur symbolisch: Über die neue Grenze zwischen den Landkreisen Zwickau und Mittelsachsen waren sich die Landräte Christoph Scheurer (64) und Matthias Damm (67) einig.
Das Tauziehen ist nur symbolisch: Über die neue Grenze zwischen den Landkreisen Zwickau und Mittelsachsen waren sich die Landräte Christoph Scheurer (64) und Matthias Damm (67) einig.  © Sven Gleisberg

Mittelsachsens Landrat Matthias Damm (67, CDU) bezeichnete es als "vernünftig", dass ab sofort die Autobahn die Grenze zwischen Niederfrohna und Mühlau darstellt.

"Es gab keinen Kampf um die Fläche", sagte Christoph Scheurer (64, CDU), Landrat des Kreises Zwickau. Auch das Verhältnis zu seinem Kollegen Matthias Damm sei nach wie vor gut. "Wir geben uns trotzdem noch die Hand", scherzte Scheuer am Dienstag bei der symbolischen Übergabe des Landstücks.

Denn die Grenzverschiebung ist lediglich Teil eines bereits seit 1996 andauernden, aber seltenen behördlichen Verfahrens namens "Flurbereinigung".

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Es geht darum, zersplitterte Grundstücke zusammenzulegen und Zick-Zack-Grenzen zu begradigen. Das bietet Vorteile für Landwirte. Es ist nun klar, wer für die Grundstücke zuständig ist.

"Dadurch können zudem neue Wege gebaut oder Hochwasserschutzmaßnahmen getroffen werden", erklärt der mit für das Verfahren zuständige Thomas Stangl (47) vom Landkreis Zwickau.

Die Landräte enthüllten einen Findling mit einer Tafel, die an die Neuordnung der Grundstücke erinnert.
Die Landräte enthüllten einen Findling mit einer Tafel, die an die Neuordnung der Grundstücke erinnert.  © Sven Gleisberg
Die Gemeinde Niederfrohna ist um 1,8 Hektar gewachsen.
Die Gemeinde Niederfrohna ist um 1,8 Hektar gewachsen.  © Sven Gleisberg

Stellvertretender Bürgermeister von Niederfrohna: "Es ist ein gutes Gefühl, dass unser Ort weiter wächst"

Auch die Gemeinden sind zufrieden. "Es ist ein gutes Gefühl, dass unser Ort weiter wächst", sagt Jens Hinkelmann (47, CDU), der stellvertretende Bürgermeister von Niederfrohna.

Und Mühlaus Vize-Bürgermeister Steve Sarfert (25, SPD) gab zu: "Der Abschiedsschmerz hält sich in Grenzen.

"Ich gehe auch davon aus, dass es hier zu keinen weiteren Grenzverschiebungen kommen wird", so Sarfert.

Titelfoto: Sven Gleisberg

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