Nach geplatzter Corona-Demo in Chemnitz: Polizei kündigt Kontrollen für Samstag an

Chemnitz - Am Donnerstagabend untersagte die Stadt Chemnitz die für Samstag geplante Anti-Corona-Demo der Gruppe "Chemnitz steht auf" und den Gegenprotest von Chemnitz Nazifrei (TAG24 berichtete). Doch die Polizei ist weiterhin in Alarmbereitschaft: Trotz Verbots könnten sich Hunderte Menschen versammeln. Daher wird es am Samstag in der Chemnitzer Innenstadt zu Polizeikontrollen kommen.

Bei der Anti-Corona-Demo Anfang Februar grenzte die Polizei das Gebiet um die Brückenstraße ab. So könnte es auch am morgigen Samstag aussehen, sollte die Anti-Corona-Demo genehmigt werden.
Bei der Anti-Corona-Demo Anfang Februar grenzte die Polizei das Gebiet um die Brückenstraße ab. So könnte es auch am morgigen Samstag aussehen, sollte die Anti-Corona-Demo genehmigt werden.  © Ralph Kunz

"Der Fokus wird zunächst am frühen Nachmittag auf dem Stadtgebiet Chemnitz liegen", so eine Polizeisprecherin.

Vor allem in der Innenstadt kann es durch die Kontrollen zu Verkehrsbehinderungen, auch im öffentlichen Personen-Nahverkehr, kommen, kündigt die Polizei an.

Die Chemnitzer Polizei wird bei den Kontrollen von anderen sächsischen Polizeidirektionen, dem Landeskriminalamt Sachsen, der sächsischen Bereitschaftspolizei sowie Beamten aus Thüringen, Sachsen-Anhalt, Baden-Württemberg und der Bundespolizei unterstützt.

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Aber: Noch ist nicht sicher, ob die geplante Corona-Demo in Chemnitz am morgigen Samstag nicht doch stattfinden könnte. Die Gegner der Corona-Maßnahmen können immer noch vor Gericht ziehen und eine Demo gerichtlich durchboxen.

Sollte die Demo auf der Brückenstraße spontan erlaubt werden, wird diese voraussichtlich gesperrt. Die Polizei wird mit einem Großaufgebot vor Ort sein.

Auch das "Terminal 3" wird im Falle einer erlaubten Demo gesperrt.

Im April 2020 demonstrierte "Pro Chemnitz" am Karl-Marx-Kopf gegen die Corona-Maßnahmen. Auch damals kam es zu einem Großaufgebot der Polizei. Die Veranstaltung war allerdings genehmigt.
Im April 2020 demonstrierte "Pro Chemnitz" am Karl-Marx-Kopf gegen die Corona-Maßnahmen. Auch damals kam es zu einem Großaufgebot der Polizei. Die Veranstaltung war allerdings genehmigt.  © Maik Börner

Warum wurde die Corona-Demo verboten?

"Chemnitz steht auf" wollte am Samstag mit 1000 Teilnehmern zum Karl-Marx-Monument in der Brückenstraße spazieren. Insgesamt 500 Gegendemonstranten meldeten sich an.

Doch das Ordnungsamt der Stadt verbot die Veranstaltungen. Stadtsprecher Matthias Nowak (51) begründete das Verbot mit dem derzeit hohen Infektionsgeschehen und den vielen belegten Betten in den Kliniken sowie auf den Intensivstationen.

Christian Neubauer (32), aktiv beim Bündnis Chemnitz Nazifrei, begrüßte die Entscheidung der Stadt: "Ich freue mich, dass die Stadt den Wahnsinn nicht mitmacht", sagte er am Donnerstag gegenüber TAG24.

Titelfoto: Maik Börner

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