Noch hält sich das Energiesparen in Sachsen im Rahmen

Sachsen - Seit vergangenem Jahr explodieren die Energiepreise. Mehrere Anbieter gingen pleite, Kunden mussten in die teure Grundversorgung wechseln. Allgegenwärtige Preiserhöhungen sowie die durch den Ukraine-Krieg ausgelöste Energiekrise werfen die Frage auf: Sparen Verbraucher jetzt kräftig bei Strom, Gas und Kraftstoffen?

Das Unternehmen von Frank Viereckl (50), die Leipziger Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft (LVV), hilft Kunden mit kostenlosen Geräten.
Das Unternehmen von Frank Viereckl (50), die Leipziger Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft (LVV), hilft Kunden mit kostenlosen Geräten.  © PR

"Wir registrieren derzeit keine Änderungen beim Verbrauch unserer Kunden", sagt Frank Viereckl (50), Sprecher der Leipziger Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft (LVV). Zu dieser gehören die Stadtwerke Leipzig.

Auch in Chemnitz zeigt sich noch keine Trend-Änderung. "Durch den Jahreszeitenwechsel ist eine Abnahme der Verbrauchsmenge zwischen Januar und Mai normal. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt ist aber weder für Strom noch für Gas eine signifikante Änderung im Vergleich zum Vorjahr feststellbar", schildert eine Sprecherin des kommunalen Versorgers "eins".

Anders ist es in Dresden, dort sank der Haushalts-Stromverbrauch leicht. Nora Weinhold (39) von "SachsenEnergie" und Drewag nennt Gründe: "Die Temperatur hat sich Anfang 2022 deutlich von 2021 unterschieden. Auch die Corona-Regeln können einen Einfluss haben. Anfang 2021 befanden wir uns in einem Lockdown mit vermehrtem Homeoffice, 2022 hingegen nicht."

Laut Einschätzungen der kommunalen Versorger in den drei sächsischen Großstädten laufen die Stromzähler auf dem Vorjahresniveau, nur Dresden schert etwas aus.
Laut Einschätzungen der kommunalen Versorger in den drei sächsischen Großstädten laufen die Stromzähler auf dem Vorjahresniveau, nur Dresden schert etwas aus.  © 123RF
Drewag- und "SachsenEnergie"-Sprecherin Nora Weinhold (39) nennt Gründe zum veränderten Energieverbrauch, dazu zählt nicht nur das mildere Wetter.
Drewag- und "SachsenEnergie"-Sprecherin Nora Weinhold (39) nennt Gründe zum veränderten Energieverbrauch, dazu zählt nicht nur das mildere Wetter.  © Juliane Mostertz/SachsenEnergie
Zu- oder aufdrehen? Angesichts der anziehenden Preise und möglicher Versorgungsengpässe wegen des Ukraine-Kriegs wird dieses Thema ab Herbst wohl wieder richtig heiß werden.
Zu- oder aufdrehen? Angesichts der anziehenden Preise und möglicher Versorgungsengpässe wegen des Ukraine-Kriegs wird dieses Thema ab Herbst wohl wieder richtig heiß werden.  © Andrey Popov/imago/Panthermedia
Eine Möglichkeit, um Kraftstoff zu sparen, ist die Bildung von Fahrgemeinschaften. Ein vermindertes Sprit-Geschäft trifft die Tankstellen übrigens weniger stark als andere Entwicklungen.
Eine Möglichkeit, um Kraftstoff zu sparen, ist die Bildung von Fahrgemeinschaften. Ein vermindertes Sprit-Geschäft trifft die Tankstellen übrigens weniger stark als andere Entwicklungen.  © Andrey Popov/imago/Panthermedia

Auch Tankstellenpächter leiden unter den Preisen

Herbert Rabl (68) ist Pressesprecher des deutschen Tankstelleninteressenverbandes (TIV).
Herbert Rabl (68) ist Pressesprecher des deutschen Tankstelleninteressenverbandes (TIV).  © PR

Ein Versorgungsbereich spürt jedoch die geringere Nachfrage. "Es ist zwar derzeit nur ein leichter Rückgang: Die Leute tanken nicht mehr ganz voll und bilden öfter Fahrgemeinschaften", weiß Herbert Rabl (68), Sprecher des Tankstelleninteressenverbandes (TIV). "Das eigentliche Problem der Pächter ist aber die Verkaufsnachfrage. 60 Prozent ihrer Einkünfte kommen über den Shop", so der TIV-Mann.

Wenn Kunden sich also wegen der Preissteigerungen keinen Kaffee, Snacks oder Bier-Sixpacks mehr in der Tanke leisten können, gehen die Pächter Pleite. Denn nur zwanzig Prozent ihrer Einnahmen kommen laut Rabl aus dem Kraftstoffverkauf, der Rest vom Laden- sowie Zusatzgeschäft (wie Autowäsche). In Deutschland gab es 2021 exakt 14.459 Tankstellen, knapp 4200 weniger als 1992 (18.634).

Beim Stromsparen helfen auch die Versorger. "In unserem Servicecenter können sich Kunden kostenlos ein Energiemessgerät ausleihen", sagt der Leipziger Viereckl.

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Ausführliche Tipps im Internet geben Drewag (energiemanufaktur.net/energie-sparen) und "eins" (eins.de/privatkunden/kundenservice).

Titelfoto: Montage: Andrey Popov/imago/Panthermedia, 123RF

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