Chemnitzer Bäume trocknen langsam aus: Grüne fordern unterirdische Bewässerung

Chemnitz - Der grünen Lunge von Chemnitz geht die Luft aus! Die 33.000 Straßenbäume lechzen nach zwei Dürre-Sommern nach Wasser. Auch die Stadtwald- und Jung-Bäume sitzen zunehmend auf dem Trockenen. Besserung scheint nicht in Sicht. Die Grünen fordern nun unterirdische Regenwasser-Speicher!

Die Erde von 33.000 Straßenrand-Bäumen in Chemnitz ist hart, trocken und wasserundurchlässig.
Die Erde von 33.000 Straßenrand-Bäumen in Chemnitz ist hart, trocken und wasserundurchlässig.  © Ralph Kunz

"Chemnitz hat sehr viel Stadtgrün, um das wir uns kümmern müssen. Das Geld für Baumwässerung und -pflege hat die Stadt", sagt Stadträtin Kathleen Kuhfuß (41, Grüne). 

Die Regenwasser-Zisternen aus Kunststoff oder Beton könnten in bestehende Bauvorhaben integriert werden. 

"Wir wollen kein Erdreich aufreißen. Bei Neubauten würden diese Tanks Regenwasser sammeln und halten. Mit Pumpen oder Schlauchsystemen wird das Wasser transportiert." 

Planungszeiträume bei Anpflanzungen seien zu lang. 

Es sollten pro Jahr 1000 robuste Bäume gepflanzt werden, die sich Hitze und Trockenheit anpassen.

Ein Wasserauffangsack lässt das Wasser durch kleine Löcher langsam ins Erdreich sickern. Bürger können sie befüllen. Foto: Ralph Kunz
Ein Wasserauffangsack lässt das Wasser durch kleine Löcher langsam ins Erdreich sickern. Bürger können sie befüllen. Foto: Ralph Kunz  © Ralph Kunz

Zschocke fordert "ein kreatives Umdenken"

Die Grünen-Stadträte Kathleen Kuhfuß (41), Katharina Weyandt (59) und Volkmar Zschocke (51) gießen einen Jungbaum in der Herrmannstraße. Sie warnen vor einem Baumsterben.
Die Grünen-Stadträte Kathleen Kuhfuß (41), Katharina Weyandt (59) und Volkmar Zschocke (51) gießen einen Jungbaum in der Herrmannstraße. Sie warnen vor einem Baumsterben.  © Ralph Kunz

Volkmar Zschocke (51) lobt indes die Pflanzaktionen im Nordpark, die 71 Baumpatenschaften und die Notfallpläne der Feuerwehr. 

"Aber wir müssen Personal und Ressourcen schonen und die Bürger mitnehmen. Sie können den Baum vor ihrer Tür selbst wässern. Baumscheiben von Straßenbäumen sind verdichtet wie Beton. Da läuft Gießwasser einfach ab. Ein kreatives Umdenken muss her. Unkraut-Wurzeln können Wasser halten."

Zschocke selbst versorgt ein kleines Bäumchen auf dem Kaßberg täglich mit zwei Eimern Wasser. 

Wassersäcke seien sinnvoll, weil sie das Wasser über zehn Stunden langsam abgeben.

Ein Wasserauffangsack lässt das Wasser durch kleine Löcher langsam ins Erdreich sickern. Bürger können sie befüllen.
Ein Wasserauffangsack lässt das Wasser durch kleine Löcher langsam ins Erdreich sickern. Bürger können sie befüllen.  © Ralph Kunz

So einen Gießsack befüllt auch Katharina Weyandt (59, Grüne) bei sich um die Ecke: "Sachsen trocknet aus. Außer in Cranzahl sind die Talsperren noch voll, aber der Grundwasserkörper ist extrem abgesunken. Die Probleme der Land- und Forstwirtschaft haben nun auch die Stadt erreicht."

Titelfoto: Ralph Kunz

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