Rassismus-Vorwurf wegen Tweet von Chemnitzer SPD-Politiker Detlef Müller

Chemnitz - Die Jusos Chemnitz haben am Sonntag eine Aussage vom Chemnitzer SPD-Bundestagsabgeordneten Detlef Müller auf Twitter verurteilt. Sein Tweet sei antiziganistisch und rassistisch.

Der Chemnitzer SPD-Bundestagsabgeordnete Detlef Müller (55) löschte den Tweet nach kurzer Zeit wieder.
Der Chemnitzer SPD-Bundestagsabgeordnete Detlef Müller (55) löschte den Tweet nach kurzer Zeit wieder.  © Kristin Schmidt

In der Mitteilung der Jusos heißt es: "Wir verurteilen die antiziganistische und rassistische Äußerung von Detlef Müller, MdB, auf Twitter aufs Schärfste. In seiner kurzen 'Entschuldigung' beschreibt er seine Äußerung als 'missverständlich'. Als Chemnitzer Jusos reicht uns das nicht als Erklärung oder Entschuldigung. Wir fordern ein klares Bekenntnis gegen Rassismus, Antiziganismus und diskriminierende Sprache. Besonders in Zeiten, in denen rechtsterroristische Anschläge eine Gefahr für Menschen und die demokratische Zivilgesellschaft darstellen, ist es unerlässlich, dass sich klar gegen jegliche Diskriminierung ausgesprochen wird."

Folgendes twitterte der Bundestagsabgeordnete Detlef Müller (SPD) am Sonntag aufgrund des Entschlusses der Firma Knorr den Begriff "Zigeunersauce" abzuschaffen:

"Aus Kulturkampf wird Kulturkrampf. Nach Mohrenkopf nun Zigeunersauce. Folgen werden wohl Königsberger Klopse, Leipziger Allerlei und Schwarzwälder Kirsch. Ein Bärendienst an einer wichtigen Sache."

Max Stryczek, Vorsitzender der Jusos Chemnitz kritisiert: "Wer diskriminierende und rassistische Begriffe als schützenswertes Kulturgut sieht, hat nichts in der SPD zu suchen. Das ist mit unseren Grundwerten nicht vereinbar!"

Rassismus-Vorwurf: Die Jusos kritisieren den Tweet von Detlef Müller.
Rassismus-Vorwurf: Die Jusos kritisieren den Tweet von Detlef Müller.  © Screenshot Twitter Detlef Müller

Detlef Müller löscht Tweet und entschuldigt sich

Der SPD-Politiker löschte den Tweet kurze Zeit später und erklärte: "Mein letzter Tweet in Bezug zu #knorr war blöd und missverständlich. Falsch von mir- gelöscht. Entschuldigung." 

Doch nicht nur von Seiten der Jusos kam scharfe Kritik. Auch von anderen Usern hagelt es auf Twitter Kritik: "Daran war nichts missverständlich. Da hat jemand einfach nur seine pseudodemokratische Maske fallen gelassen". 

Die Jusos fordern, dass sich solche Äußerungen nicht wiederholen und es in der gesamten Partei eine klare Grundhaltung gegen diskriminierende Sprache gibt.

Titelfoto: Screenshot Twitter Detlef Müller/Kristin Schmidt

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