Braucht Chemnitz einen Klimaschutz-Manager?

Chemnitz - Das Klima-Thema kehrt nach der Corona-Pause mit Macht zurück. Drei Parteien im Stadtrat wollen endlich einen Klimaschutz-Manager im Rathaus installieren, um alle Verwaltungsentscheidungen unter Öko-Aspekten zu prüfen. Die CDU ist dagegen.

Mehr Radwege für Chemnitz - ein Thema für einen Klima-Beauftragten.
Mehr Radwege für Chemnitz - ein Thema für einen Klima-Beauftragten.  © Kristin Schmidt

Im Vorjahr hatten Grüne, SPD und Linke einen solchen Experten bzw. eine solche Expertin im Rathaus durchgesetzt - die Einstellung aber an eine staatliche Förderung gekoppelt. Die Förderung ging schief. Nun nimmt Bernhard Herrmann (54, Grüne) einen neuen Anlauf: 

"Der Manager soll unabhängig vom Rathaus das Klima schützen. Themen wären Ausbau der Radwege, Lückenbebauung, Erhalt von Bäumen oder Förderung von Wind- und Sonnenkraft bei Neubauten."

Thomas Scherzberg (58, Linke), Vorsitzender des Agendabeirats, unterstützt den Plan: "Klimawandel ist allgegenwärtig. Diese Person bräuchte ein Vetorecht gegen alle Entscheidungen." Jörg Vieweg (48, SPD) geht noch einen Schritt weiter: "Das Umweltamt braucht ein höheres Budget, um gute Leute zu finden, die die Arbeit eines Managers umsetzen."

Grünen-Stadtrat Bernhard Herrmann (54) an der Solar-Siedlung in der Salzstraße: "Chemnitz braucht einen Klimaschutz-Manager."
Grünen-Stadtrat Bernhard Herrmann (54) an der Solar-Siedlung in der Salzstraße: "Chemnitz braucht einen Klimaschutz-Manager."  © Maik Börner
"Chemnitz hat für einen Klimaschutz-Manager derzeit kein Geld", sagt Michael Specht (35, CDU).
"Chemnitz hat für einen Klimaschutz-Manager derzeit kein Geld", sagt Michael Specht (35, CDU).  © Kristin Schmidt

Baumfrevel bei der Bereitschaftspolizei

Baumfällungen an der Bereitschaftspolizei ärgern die Umweltgruppe Parents for Future.
Baumfällungen an der Bereitschaftspolizei ärgern die Umweltgruppe Parents for Future.  © Maik Börner

Ein klares Nein kommt von Michael Specht (35, CDU): "Chemnitz ist beim Klimaschutz bereits aktiv. Wegen der finanziellen Ausfälle durch Corona hat die Stadt nicht das Geld dafür."

Aktuell protestiert die Umweltgruppe Parents For Future (PFF) gegen einen neuen Baumfrevel: Der Freistaat ließ an der Bereitschaftspolizei im Ortsteil Ebersdorf rund 70 Buchen fällen, um "Überstiegshilfen" zu beseitigen.

PFF-Sprecher Sebastian Wittig (40): "Offenbar hat das Grünflächenamt zu wenig Mitarbeiter, um solche Maßnahmen zu prüfen."

Hier könnte ein Klimaschutz-Manager greifen. 

Titelfoto: Maik Börner

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