Linke fordern Drogenraum für Chemnitz

Chemnitz - Carolin Juler (22, Linke) fordert in Chemnitz einen Raum, wo Süchtige ganz legal Drogen konsumieren können. Sogenannte Fixerstuben sollen den Gesundheitsschutz für Heroin- und Kokainabhängige verbessern. Die Stadt sieht allerdings keinen Handlungsbedarf.

Carolin Juler (22, Linke) kann sich eine "Fixerstube" zum Beispiel in der Nähe des Hauptbahnhofs vorstellen.
Carolin Juler (22, Linke) kann sich eine "Fixerstube" zum Beispiel in der Nähe des Hauptbahnhofs vorstellen.  © Ralph Kunz

Juler erklärt: "Oft benutzen Abhängige verkeimte Nadeln. Solche Fixerstuben bieten einen geschützten Raum, wo Süchtige Heroin und Kokain unter Aufsicht und mit klinisch sauberem Besteck nehmen können und verhindern, dass Spritzen am Gehweg oder in Parks zurückgelassen werden." 

So ein Pilotprojekt kann sich die Linken-Politikerin zum Beispiel im Heckert-Gebiet oder am Bahnhof vorstellen.

Das Team vom AJZ Streetwork befürwortet die Idee: "Wir haben wenig Kontakt mit Heroin- und Kokainabhängigen. Durch die Räume würden wir Zugang zu ihnen bekommen." 

Doch das Rathaus winkt ab: "In Chemnitz ist der Konsum von Heroin und Kokain nur geringfügig präsent." Nur 23 Chemnitzer ließen sich 2019 zum Thema beraten. Ines Saborowski (53, CDU) hält generell nichts davon: "Man sollte die Gelder besser in die Suchtprävention stecken." 

Carolin Juler entgegnet: "Hier muss man damit anfangen, Abhängige in ein sicheres Umfeld zu bringen."

In einem Drogenkonsumraum können Abhängige Heroin und Kokain mit klinisch einwandfreiem Besteck nehmen und dort entsorgen.
In einem Drogenkonsumraum können Abhängige Heroin und Kokain mit klinisch einwandfreiem Besteck nehmen und dort entsorgen.  © Uli Deck/dpa

Für den legalen Betrieb von Drogenkonsumräumen in Sachsen müsste die Landesregierung eine entsprechende Rechtsverordnung erlassen.

Titelfoto: Ralph Kunz/Uli Deck/dpa

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