Lokale Unternehmer genervt: Wir ersticken in Bürokratie!

Chemnitz - Der Umsatz sinkt, die Bürokratie steigt. So geht es laut einer Studie der IHK Chemnitz vielen Unternehmen in der Corona-Zeit. Der Verband fordert zusammen mit den Chemnitzer Firmen einen schnellen Bürokratieabbau.

Der Chemnitzer Unternehmer Ingolf Römer ist gezwungen, sein Kassensystem umzustellen.
Der Chemnitzer Unternehmer Ingolf Römer ist gezwungen, sein Kassensystem umzustellen.  © Ralph Kunz

Laut der IHK-Studie kostet die Bürokratie den befragten Unternehmen im Kammerbezirk Chemnitz durchschnittlich 184.000 Euro pro Jahr.

Sinn und Zweck des Aufwands seien nicht immer erkennbar, sagt Hauptgeschäftsführer Hans-Joachim Wunderlich (66): "Durch den Abbau unnötiger Bürokratie kann ein wichtiger Konjunkturimpuls - ohne Kostenaufwand - erfolgen."

Der Chemnitzer Textilpflege-Unternehmer Ingolf Römer kennt das Problem, er kämpft gerade mit einer neuen bürokratischen Anforderung. Laut Kassenverordnung müssen Betriebe ihre Kassensysteme umstellen.

Zum Schutz vor Manipulation sollen sie mehr Informationen aufzeichnen. "Das ist ein Riesenproblem für die ganze Wirtschaft", sagt Römer. Ihn kostet die Umstellung 3000 Euro. "Das ist hart in Corona-Zeiten."

Ingolf Römer findet es absurd, 20 Zentimeter lange Kassenbons auszustellen.
Ingolf Römer findet es absurd, 20 Zentimeter lange Kassenbons auszustellen.  © Ralph Kunz

Für FDP-Stadtrat Frank Müller-Rosentritt (38) ist das eine Wirtschafts-Bremse: "Die Bürokratisierung bringt Unternehmer regelmäßig zur Verzweiflung und schreckt viele junge Menschen ab, die Betriebe ihrer Eltern zu übernehmen oder neue zu gründen."

Titelfoto: Ralph Kunz

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