Abgelehnt! Chemnitz will Kreativen nicht helfen

Chemnitz - Der Stadtrat hat eine Soforthilfe für die Kultur- und Kreativ-Wirtschaft abgelehnt. Der Branchenverband Kreatives Chemnitz hatte Einmal-Zuschüsse von 3000 Euro für mehr als 90 Selbstständige, Freiberufler und Kleinunternehmer gefordert. Damit sollten Fixkosten gedeckt und Hartz-IV-Anträge verhindert werden. Viele Künstler sehen sich in ihrer Existenz bedroht.

Frank Müller (42) von Kreatives Chemnitz sieht die Künstler- und Event-Branche durch Corona-Verbote in ernster Gefahr.
Frank Müller (42) von Kreatives Chemnitz sieht die Künstler- und Event-Branche durch Corona-Verbote in ernster Gefahr.  © Sven Gleisberg

"Solo-Selbstständige fallen durch das Raster, Einzelkämpfer stehen vor großen Problemen. Es ist schade, dass unsere Petition im Stadtrat keine Zustimmung fand", bedauert Frank Müller (42), Vorstand von Kreatives Chemnitz. 

Er hatte gehofft, dass die Stadt einspringt. Hilfen oder Kredite von Bund und Land würden Mieten und Gebühren decken - Gagen, Honorare und Familienunterhalt jedoch nicht. "Wir sammeln alle ein, die es betrifft, und appellieren an die Politik", sagt Müller.

Auch ein verzweifelter Bittbrief des Künstlers Jan Kummer half nicht.

Das Kulturdezernat blieb hart und verwies auf 250.000 Euro, die durch das Unterstützungsprogramm "In der Krise sichtbar und hörbar bleiben" bereits flossen. Der Zuschuss von bis zu 2000 Euro war aber an Bedingungen geknüpft. 

Bei der Stadtratsitzung im CFC-Stadion zeigt der Stadtrat der Soforthilfen-Petition für Kultur und Kreativwirtschaft die rote Karte.
Bei der Stadtratsitzung im CFC-Stadion zeigt der Stadtrat der Soforthilfen-Petition für Kultur und Kreativwirtschaft die rote Karte.  © Uwe Meinhold

"Der positive Effekt ist, dass es für die kommunalen Fördermittel konkrete Gegenleistungen der Chemnitzer Kunst- und Kulturschaffenden gibt", begründet das Kulturdezernat seine Ablehnung.

Titelfoto: Uwe Meinhold

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