Chemnitz sucht noch Freiwillige: Warum will am Stadtrand niemand Wahlhelfer sein?

Chemnitz - Die Stadtverwaltung braucht für die Durchführung der Bundestagswahl am 26. September 2000 Wahlhelfer. Zwar haben sich bereits genauso viele Freiwillige gemeldet - gesucht wird aber trotzdem noch, Vergütung gibt's auch.

Wahltag-Einsatz: Freiwillige Helfer wachen über die ordnungsgemäße Durchführung der Wahlen.
Wahltag-Einsatz: Freiwillige Helfer wachen über die ordnungsgemäße Durchführung der Wahlen.  © Matthias Bein/dpa-Zentralbild

Ohnehin schrieb die Stadt Chemnitz prophylaktisch gleich mal 5000 Menschen an. Denn sie wollte ein Desaster in Corona-Zeiten verhindern.

"Während zur letzten Bundestagswahl 2017 noch 1200 Angestellte und Bedienstete aus fünf Behörden persönlich postalisch kontaktiert wurden, erhielten in diesem Jahr mehr als 5000 Mitarbeiter aus 39 Einrichtungen - ohne die Stadtverwaltung - die Bitte um Teilnahme", erläutert eine Stadtsprecherin.

Dazu gehörten staatliche Einrichtungen wie die TU Chemnitz, aber auch im Stadtgebiet ansässige Unternehmen.

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Bereits im Februar fragte die Stadtverwaltung an - das zahlte sich aus.

"Tatsächlich werden etwa 1700 ehrenamtliche Wahlhelfer in den Wahlvorständen benötigt. Aktuell haben sich circa 2000 Personen als Wahlhelfer bereit erklärt - derzeit sind alle Positionen in den Wahlvorständen besetzt", so die Stadtsprecherin.

Sorgt für einen heftigen Wahlhelfer-Bedarf in Chemnitz: das Auszählen der Briefwahl-Stimmen.
Sorgt für einen heftigen Wahlhelfer-Bedarf in Chemnitz: das Auszählen der Briefwahl-Stimmen.  © Rüdiger Wölk/imago images

Wahlhelfer in Chemnitz bekommen bis zu 50 Euro Tages-Vergütung

Leiter des Wahlgeschehens: Ordnungsbürgermeister Miko Runkel (60, parteilos) sucht noch Wahlhelfer.
Leiter des Wahlgeschehens: Ordnungsbürgermeister Miko Runkel (60, parteilos) sucht noch Wahlhelfer.  © Ralph Kunz

Allerdings rechnet die Stadtverwaltung unter Wahlleiter und Ordnungsbürgermeister Miko Runkel (60, parteilos) mit Ausfällen am Wahltag. Aber nicht nur deswegen sucht sie trotz des 300 Menschen starken Puffers immer noch Wahlhelfer.

Die Stadtsprecherin: "Während in den zentrumsnahen Stadtteilen bereits viele Bereitschaftserklärungen eingegangen sind, stehen in den Stadtteilen am Stadtrand derzeit weniger zur Verfügung."

Bei der Bundestagswahl 2017 wurden mit 1600 Wahlhelfern 400 weniger für den hiesigen Wahlkreis (162) benötigt. Für den erhöhten Bedarf 2021 sorgten - ähnlich wie bei den Oberbürgermeister-Wahlen 2020 - die neuen Briefwahl-Vorstände. Sie stiegen von 30 auf 50. Die Zahl der Urnenwahlbezirke (143) blieb gleich.

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Die Wahlhelfer erhalten auch eine Tages-Vergütung. Sie beginnt für Hilfskräfte bei 20 Euro und endet bei 50 Euro für Wahlvorsteher. Zudem zahlt die Stadt 15 Euro bei Nutzung eines privaten Wagens für den Wahlunterlagen-Transport.

Freiwillige können sich mit ihren persönlichen Daten unter wahlhelfer@stadt-chemnitz.de melden.

Titelfoto: Rüdiger Wölk/imago images

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