Grünes Beet statt grauer Flächen: Chemnitz prüft Verbot von Schottergärten

Chemnitz - Werden Schottergärten nun auch in Chemnitz verboten? Die Stadtverwaltung bringt bald eine entsprechende Satzung gegen das Anlegen der grauen Alternative zum grünen Beet auf den Weg. 

Bunte Blumen statt schlichter Schotter: Für Manfred Hastedt (63) vom Umweltzentrum gehört möglichst viel Grün in den Garten, um die Artenvielfalt zu fördern.
Bunte Blumen statt schlichter Schotter: Für Manfred Hastedt (63) vom Umweltzentrum gehört möglichst viel Grün in den Garten, um die Artenvielfalt zu fördern.  © Sven Gleisberg

"Diese Gärten weisen keinerlei ökologisches Potenzial auf und leisten keinen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt", heißt es vonseiten der Stadt.

Manfred Hastedt (63) vom Kommunalen Umweltzentrum begrüßt die Entwicklung gegen den anhaltenden Schottertrend grundsätzlich. "Grünflächen, auch wenn es sich nur um Einheitsrasen handelt, kühlen ab."

Beim lokalen Klima, gerade in Städten, spielen Vorgärten eine große Rolle. Außerdem könnte in versiegelten Flächen Wasser nicht ins Grundwasser hinein versickern.

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Beliebtheit genießen Schotter- oder Kiesgärten unter anderem, weil sie angeblich keine Arbeit machen. 

Aber stimmt das? "Nein", meint Landschaftsgärtner Robert Bleyer. Auch die Steinflächen wollen gepflegt werden. Wie etwa jetzt im Herbst, wenn es gilt, das Laub aus dem Schotter zu fischen.

Rico Hofmann, ebenfalls Landschaftsgärtner, würde ein Verbot allein aus ästhetischen Gründen begrüßen: "In einen ordentlichen Vorgarten gehören einfach Pflanzen - kein Kies - hinein."

In vielen Eigenheimsiedlungen wie hier in Rabenstein sind Schottergärten en vogue.
In vielen Eigenheimsiedlungen wie hier in Rabenstein sind Schottergärten en vogue.  © Kristin Schmidt
Klare Linien und Muster sowie manchmal etwas Grün. Für viele bestechen die Steingärten durch ihre Gestaltungsmöglichkeiten.
Klare Linien und Muster sowie manchmal etwas Grün. Für viele bestechen die Steingärten durch ihre Gestaltungsmöglichkeiten.  © imago images/U. J. Alexander

Das letzte Wort hat der Stadtrat. Bereits Anfang 2021 soll dieser über das Verbot abstimmen. Solche Gärten, die großflächig mit Steinen und ohne (oder nur mit sehr wenigen) Pflanzen gestaltet sind, wären dann passé. 

Titelfoto: imago images/U. J. Alexander

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