Chemnitzer OB-Wahl: Das sagen die Verlierer

Chemnitz - Für vier Kandidaten platzte der große Traum vom Stadtoberhaupt. Sie konnten nicht genügend Stimmen einfangen. Sven Schulze (48, SPD) gewann im Vergleich zum ersten Wahlgang fast zwölf Prozentpunkte dazu. Kein anderer Kandidat legte mehr als zwei Prozentpunkte zu. Die Reaktionen reichten von Enttäuschung über Selbstkritik bis Zuversicht.

Almut Patt (52, CDU)

Patt musste sich kurz sammeln, reagierte fair und gefasst: "Ich bin froh, dass wir insgesamt demokratisch gestimmt haben. Ich hätte schon mehr erwartet und es gerne geschafft. Ich bin seit elf Jahren mit Leib und Seele Stadtrat. Ich mache das für die Stadt, nicht für mich. Es gibt eine kleine Party mit meinen Kindern und der CDU. Ich fühle mich getragen und unterstützt."

Almut Patt (52, CDU) hätte mehr erwartet.
Almut Patt (52, CDU) hätte mehr erwartet.  © Kristin Schmidt

Susanne Schaper (42, Linke)

Schaper will die Politik-Inhalte ihrer Partei weiter anbieten: "Die Menschen haben strategisch gewählt und sich an den beiden Favoriten orientiert. Das finde ich völlig in Ordnung. Die Chemnitzer wollten eine mehrheitlich rote Stadt, zusammen sind es mehr als 50 Prozent. Ich freue mich sehr darüber. Die Schmutzkampagnen der AfD liefen ins Leere."

Susanne Schaper (42, Linke) freut sich über den SPD-Wahlsieg.
Susanne Schaper (42, Linke) freut sich über den SPD-Wahlsieg.  © Kristin Schmidt

Ulrich Oehme (60, AfD)

Oehme wirkte nur äußerlich etwas niedergeschlagen. Seine Enttäuschung wischte er aber weg: "Natürlich haben wir mehr erwartet. Dennoch haben wir die letzten Tage einen guten Wahlkampf gemacht. Es ist ein besseres Ergebnis als im ersten Wahlgang. Für mich persönlich geht jetzt keine Welt unter. Ich behalte mein Mandat im Bundestag."

Ulrich Oehme (60, AfD) war enttäuscht, hatte sich mehr Stimmen erhofft.
Ulrich Oehme (60, AfD) war enttäuscht, hatte sich mehr Stimmen erhofft.  © Ralph Kunz

Lars Faßmann (43, parteilos)

Faßmann war gut gelaunt und zu Scherzen aufgelegt: "Ich habe zumindest meine Freiheit nicht verloren, weil die Demokraten gesiegt haben. Es scheint überwiegend zufriedene Bürger in Chemnitz zu geben. Meine 13 Prozent haben Gewicht und werden zukünftig sicherlich gehört werden. Ich werde Themen noch deutlicher positionieren können. Wahlparty mache ich keine, denn ich habe kein großes Wahlkampfteam. Außerdem arbeite ich morgen, wie als Unternehmer eben jeden Tag."

Lars Faßmann (43, parteilos) war am Wahlabend gut gelaunt und zu Scherzen aufgelegt.
Lars Faßmann (43, parteilos) war am Wahlabend gut gelaunt und zu Scherzen aufgelegt.  © Ralph Kunz

Die Wahlbeteiligung lag am Sonntag bei 46,87 Prozent.

Titelfoto: Kristin Schmidt/Ralph Kunz

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