Dauer-Streit um Gelbe Tonne in Chemnitz: Stadtratsbeschluss ignoriert? Runkel weist Vorwürfe zurück

Chemnitz - Scharfe Kritik an Chemnitz' Ordnungsbürgermeister Miko Runkel (60, parteilos)! Dem Leiter des zuständigen Dezernats 3 wird von CDU und AfD vorgeworfen, sich über einen Stadtratsbeschluss vom März hinwegzusetzen: Das Gremium beschloss damals, in 35 Stadtteilen wieder einen zwei- statt vierwöchigen Abhol-Rhythmus bei der Gelben Tonne einzuführen.

Miko Runkel (60, parteilos) wurde beauftragt, für mehr Müllabfuhr-Fahrten zu sorgen, sagen CDU und AfD. Die Stadt erwidert, er sei nur beauftragt worden, darüber zu verhandeln - und das hätte er getan.
Miko Runkel (60, parteilos) wurde beauftragt, für mehr Müllabfuhr-Fahrten zu sorgen, sagen CDU und AfD. Die Stadt erwidert, er sei nur beauftragt worden, darüber zu verhandeln - und das hätte er getan.  © Maik Börner

Doch die Verhandlungen zwischen dem ausführenden Abfallentsorger ASR und dem "Grünen Punkt - Duales System Deutschland" (DSD) sind gescheitert.

Das "DSD", so die Informationsvorlage von Miko Runkel, sehe keine Notwendigkeit, den Gelben Sack öfter abzuholen.

Die Stadt streitet deshalb ab, sich über den Beschluss hinweggesetzt zu haben.

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Eine Sprecherin erklärt: "Was der Stadtrat tatsächlich beschlossen hat, ist, dass die Stadt Chemnitz eine Änderung der Systemfestlegung mit dem Dualen System Deutschland verhandeln soll. Das ist erfolgt." Allerdings ohne Erfolg.

Andreas Marschner (40, CDU) hatte sich im März erfolgreich mit dem Antrag für die häufigere Leerung durchgesetzt. "Dass der überquellende und stinkende Müll kein Problem ist, stimmt einfach nicht."

Dass die Gelben Tonnen in den äußeren Stadtteilen nur alle vier Wochen geleert werden, bezeichnet CDU-Stadtrat Andreas Marschner (40) als "hygienisches Desaster".
Dass die Gelben Tonnen in den äußeren Stadtteilen nur alle vier Wochen geleert werden, bezeichnet CDU-Stadtrat Andreas Marschner (40) als "hygienisches Desaster".  © Uwe Meinhold

Auch die AfD plädierte für eine höhere Taktung: "Der verantwortliche Dezernent Miko Runkel agiert in vollem Bewusstsein an den Wünschen der Betroffenen vorbei", so Stadtrat Nico Köhler (45).

Titelfoto: Uwe Meinhold / Maik Börner

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