"Die Lage bleibt ernst!" OB Schulze zu Corona und geplanter Demo

Chemnitz - Die dritte Corona-Welle rollt auch in Chemnitz an. "Die Lage bleibt ernst, wir müssen uns auf weiter steigende Zahlen einstellen", betonte Oberbürgermeister Sven Schulze (49, SPD) in seiner zweiwöchentlichen Pressekonferenz.

Der Chemnitzer Oberbürgermeister Sven Schulze (49, SPD) warnte am Dienstag vor weiter steigenden Corona-Zahlen.
Der Chemnitzer Oberbürgermeister Sven Schulze (49, SPD) warnte am Dienstag vor weiter steigenden Corona-Zahlen.  © Haertelpress

Auf seinem Zettel standen 123 neue Corona-Fälle, die das Gesundheitsamt an das Robert-Koch-Institut übersendet.

Durchschnittsalter: 37 Jahre. Die Menschen, die derzeit im Krankenhaus behandelt werden, seien zwischen 30 und 70 Jahren alt.

Die Osterruhe werde auch die Stadtverwaltung einhalten, die am 1. April ihre Pforten schließt.

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Wie genau sich die geplante Corona-Groß-Demo am Samstag gestalten wird, steht noch in den Sternen. "Wir sind in enger Abstimmung mit der Polizei", so OB Schulze. "Es gibt noch keine finale Entscheidung. Wir werden das anhand der Inzidenz und der gesetzlichen Vorgaben bewerten."

Ein weiteres zentrales Thema war der Knatsch mit den Bernsdorfern zum neuen Kinder- und Jugendnotdienst. "Ich bekomme zurzeit sehr viel Post von den Anwohnern."

Der OB räumte Fehler in der Kommunikation ein. Hier wolle die Stadt nun im Gespräch mit den Bürgern Abhilfe schaffen und versuchen, Sorgen zu nehmen.

Den Auftakt dieser Gespräche bildet eine Online-Konferenz am Dienstag mit Stadt und Träger. Es haben sich rund 60 Menschen angemeldet.

Kommentar von Gabriel Schwab: "Dialog suchen"

Panikmache hilft keinem. Es ist das gute Recht der Bernsdorfer Anwohner, ihren Unmut über den neuen Kinder- und Jugendnotdienst auszudrücken. Doch schon ein Blick auf die Sachlage dürfte genügen, um mit den größten Bedenken aufzuräumen.

Ja: Die Kinder- und Jugendlichen, die in die Einrichtung einziehen werden, sind nicht unbedingt einfach. Aber: Das liegt in der Natur der Sache. Es sind häusliche Gewalt, Missbrauch oder die Obdachlosigkeit, die sie zum Kinder- und Jugendnotdienst bringen. Und: Es sind zur selben Zeit maximal acht von ihnen, die in der Unterkunft wohnen werden.

Diese sind auf dem 5000-Quadratmeter-Grundstück, das wohl sogar über einen entsprechenden Zaun verfügen wird, eigentlich regelrecht isoliert untergebracht. Umso wichtiger ist es, dass der Notdienst auf einem Standort entsteht, der einen schnellen Zugang zum ÖPNV ermöglicht.

Die Gerüchteküche brodelte und ließ Furcht und Zorn gleichermaßen bei den Bernsdorfern hochkochen. Natürlich sind die Sorgen auch aus der mangelnder Kommunikation zwischen Stadt und Bürger geboren. Hier will die Verwaltung nun Abhilfe schaffen.

Am Mittwoch findet der erste von mehreren Dialogen statt. Im Netz zwar. Aber erfreulicherweise mit schon 60 interessierten Bernsdorfern.

Titelfoto: Haertelpress

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