Drittes Hilfspaket für Chemnitz: Dafür sind die Corona-Millionen gedacht

Chemnitz - Der Stadtrat Chemnitz soll in seiner letzten Sitzung des Jahres am 16. Dezember weitere Corona-Hilfen in Höhe von 2,5 Millionen Euro beschließen. Fast ein Viertel dieser Summe (603.000 Euro) sind Mehrkosten des Schulneubaus am Richard-Hartmann-Platz (TAG24 berichtete). Das Kuriose: Diese sind in einer Zeit angefallen, in der überhaupt nicht gebaut wurde.

Auf der Baustelle der neuen Oberschule auf dem Hartmannplatz lief bis April alles rund - dann wurde eine Bombe gefunden.
Auf der Baustelle der neuen Oberschule auf dem Hartmannplatz lief bis April alles rund - dann wurde eine Bombe gefunden.  © Ralph Kunz

Der Grund: Es wurde eine Granate gefunden - die Bauarbeiten mussten mehrere Monate pausieren. "Aktivitäten des Kampfmittelräumdienstes wurden zu dieser Zeit coronabedingt monatelang eingestellt", so Baubürgermeister Michael Stötzer (47, Grüne).

Eine Bergung und etwaige Evakuierung der Anwohner seien somit nicht möglich gewesen. Die Baustelle habe während der Pause trotzdem überwacht werden müssen, während die Baupreise und die Entsorgungskosten stiegen.

Ein weiterer Löwenanteil des dritten Corona-Maßnahmen-Pakets - 900.000 Euro - soll die Kosten decken, die entstanden sind, um die Rathausmitarbeiter fit fürs Homeoffice zu machen.

Chemnitz: Prost! Am Chemnitztal-Radweg entsteht ein Super-Biergarten
Chemnitz Prost! Am Chemnitztal-Radweg entsteht ein Super-Biergarten

Dabei ging es, so die Stadt, um technische Ausstattung. Darunter etwa Headsets und Webcams für Telefon- und Videogespräche, die nicht mehr im gewohnten persönlichen Rahmen stattfinden konnten. Zudem habe das Rathaus seine Internetleitung leistungsfähiger machen müssen.

358.000 Euro sieht das Maßnahmenpaket für Reinigungskosten aller Klassenzimmer vor, die seit Oktober täglich erfolgen muss. Das restliche Geld soll vorwiegend an Gesundheitsamt und -dienste (275.000 Euro), Feuerwehr (140.000 Euro) sowie Gebäudemanagement und Hochbau (128.000 Euro) fließen.

Ende März trat der Pandemieplan des Kampfmittelbeseitigungsdienstes in Kraft. Die Folge: Gefundene Munition von geplant durchgeführten Baustellen wurde monatelang nicht mehr geborgen.
Ende März trat der Pandemieplan des Kampfmittelbeseitigungsdienstes in Kraft. Die Folge: Gefundene Munition von geplant durchgeführten Baustellen wurde monatelang nicht mehr geborgen.  © Haertelpress
Baubürgermeister Michael Stötzer (47, Grüne) erklärte, warum die Stadt mehr als 600.000 Euro für eine Baustellen-Pause zahlen muss.
Baubürgermeister Michael Stötzer (47, Grüne) erklärte, warum die Stadt mehr als 600.000 Euro für eine Baustellen-Pause zahlen muss.  © Sven Gleisberg
Um während der Pandemie arbeitsfähig zu bleiben, mussten viele Stadtmitarbeiter ins Homeoffice. Das Ganze hatte aber seinen Preis.
Um während der Pandemie arbeitsfähig zu bleiben, mussten viele Stadtmitarbeiter ins Homeoffice. Das Ganze hatte aber seinen Preis.  © picture alliance/KEYSTONE

Gleichzeitig werden der Stadt 2020 wohl 30 Millionen Euro an Einnahmen fehlen. Davon rund 20 Millionen Euro Gewerbesteuer sowie zehn Millionen Euro, die bei der Umsatz- und Einkommensteuer wegbrechen.

Titelfoto: Ralph Kunz, Sven Gleisberg

Mehr zum Thema Chemnitz Politik:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0