Fahrräder verboten, Mofas erlaubt: Politiker fordert Teilung des Chemnitzer Südrings

Chemnitz - Neuer Ärger um den Südring in Chemnitz.

In Höhe Winklhoferstraße folgt der Radweg dem Südring. Das ist nicht überall so.
In Höhe Winklhoferstraße folgt der Radweg dem Südring. Das ist nicht überall so.  © Kristin Schmidt

Fahrradfahrer ärgern sich, dass die Straße für sie gesperrt ist und der begleitende Radweg nur einen schwachen Ersatz darstellt. Zudem hat die Stadt bei der Planung eventuell geschludert. Während schnelle Bikes verboten sind, dürfen Mofas (25 km/h) oder 50-ccm-Motorroller (45 km/h) die Straße benutzen. Wäre eine Spur nur für Zweiräder tatsächlich die Lösung?

Ralph Sontag (56), Vorsitzender des Chemnitzer Fahrradclubs ADFC, findet die Situation "sehr ärgerlich, denn die Radwege sind nicht optimal". Vor allem stört ihn, dass der Radweg am Südring Haken schlägt, auf und ab führt und durch Kreuzungen behindert wird. "Hier kann man nicht schnell fahren."

"Eine gleiche Ebene für alle Verkehrsteilnehmer" wünscht sich ADFC-Vorstand Thomas Lörinczy (51). "Kreuzungsfreie und schnelle Radwege würden mehr Lust machen aufs Fahrrad." Vor allem fehle es an direkten Rad-Verbindungen zwischen Ortsteilen - Beispiel: Bernsdorf/Markersdorf.

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Dass die Stadt ein Verbot für Mofas und Kleinkrafträder übersehen hat, bemerkte bislang niemand. "Da wird sich die Stadt keine Gedanken gemacht haben", mutmaßt PARTEI-Stadtrat Sebastian Cedel (38). Er plädiert für eine Teilung des Südrings: "Je eine Spur für Radfahrer und für Autofahrer wäre fair."

Die Stadt besteht hingegen auf der Entlastungsfunktion des Südrings. Er stelle eine zentrale Achse für den internationalen Durchgangsverkehr zwischen Tschechien und Ruhrgebiet dar.

An der Straße Usti nad Labem biegt der Radweg vom Südring in die Dr.-Salvador-Allende-Straße ab.
An der Straße Usti nad Labem biegt der Radweg vom Südring in die Dr.-Salvador-Allende-Straße ab.  © Kristin Schmidt

Die Stadt schwärmt auch von der "fahrdynamisch orientierten Linienführung". ADFC-Chef Sontag: "So dynamisch hätten wir Radfahrer es auch gerne."

Titelfoto: Kristin Schmidt

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