Fast vier Wochen nach der Wahl: Stadt Chemnitz lässt vergessene Plakate einsammeln

Chemnitz - Alle Wahlen wieder: Dreieinhalb Wochen nach dem Urnengang hängen noch immer reichlich Plakate von Politikern an den Laternen in Chemnitz. Die Stadt will nun einschreiten.

Thomas Lörinczy (51) von der V-Partei hängte seine Plakate drei Tage nach der Wahl ab.
Thomas Lörinczy (51) von der V-Partei hängte seine Plakate drei Tage nach der Wahl ab.  © Ralph Kunz

Schon vor über einer Woche hatte die Verwaltung alle Parteien noch einmal daran erinnert, die Wahlplakate fristgerecht zu entfernen. Das hätte laut Wahlwerbesatzung bis spätestens zwei Wochen nach der Wahl, also am 10. Oktober geschehen müssen.

Doch etliche Parteien haben damit ihre Schwierigkeiten. Vergessene Plakate finden sich überall: In der Bernsdorfer Straße buhlen die Wahlverlierer Frank Heinrich (57, CDU) und Tim Detzner (42, Die Linke) weiterhin vergeblich um Stimmen. In der Theaterstraße baumelt AFD-Kandidat Michael Klonovsky (59) ordnungswidrig vereint mit einem Linken-Plakat.

In der Jagdschänkenstraße nervt der Bundesvorsitzende der FDP mit Omnipräsenz an sechs Laternen auf wenigen hundert Metern. Zwischen die Lindner-Blätter mischt sich eins des alten und neuen FDP-Bundestagsabgeordneten Müller-Rosentritt (39). Die Partei hängt noch plakativ und selbst-vergessen an der Kreuzung Limbacher Ecke Leipziger Straße herum.

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Die Stadt schaut sich die bunte Mischung nicht länger an. Eine Sprecherin kündigt an: "Alle noch nicht abgenommenen Plakate werden nun ermittelt und im Rahmen einer Ersatzvornahme entfernt und im Bauhof des Tiefbauamtes eingelagert."

Vergessene Wahlwerbung: Diese Plakate von Linken und AfD hingen am Dienstag in der Theaterstraße.
Vergessene Wahlwerbung: Diese Plakate von Linken und AfD hingen am Dienstag in der Theaterstraße.  © Ralph Kunz
"Schlimm!" Das gilt auch für das vergessene Wahlplakat der "Partei" in der Leipziger Straße.
"Schlimm!" Das gilt auch für das vergessene Wahlplakat der "Partei" in der Leipziger Straße.  © Maik Börner
FDP-Wahlwerbung in der Jagdschänkenstraße: Wenn die Partei ihre Werbung nicht bald selbst abholt, übernimmt das die Stadt - gegen Gebühr.
FDP-Wahlwerbung in der Jagdschänkenstraße: Wenn die Partei ihre Werbung nicht bald selbst abholt, übernimmt das die Stadt - gegen Gebühr.  © Maik Börner
Lörinczys Transporter war schon nach wenigen Stadtteilen voller Wahlplakate.
Lörinczys Transporter war schon nach wenigen Stadtteilen voller Wahlplakate.  © Ralph Kunz

Die Rechnung für den Aufwand erhalten die Parteien. "Hinweise mit Angabe des genauen Standortes und der betreffenden Partei können gern an tiefbauamt@stadt-chemnitz.de oder ordnungsamt@stadt-chemnitz.de gerichtet werden", heißt es von der Stadt.

Titelfoto: Maik Börner

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