Finanzierung nicht gesichert: Ferienangebot der Kindervereinigung steht auf der Kippe

Chemnitz - Wohin in den Sommerferien? Auf diese Frage hatten die "Verreiser" seit mehr als 25 Jahren für Eltern und Kinder die passende Antwort: Abenteuercamp, Floßtouren, Reiterferien, Auslandsreisen - Tausende Kinder nutzten die pädagogisch betreuten Erlebnisreisen zu günstigen Preisen. Doch die Ferienfreizeiten stehen auf der Kippe.

Im Vereinssitz Ludwigstraße werden die Reisen geplant.
Im Vereinssitz Ludwigstraße werden die Reisen geplant.  © Sven Gleisberg

"Während der Pandemie ist der Aufwand bei der Organisation solcher Reisen immens gestiegen und unsere Möglichkeiten, Einkünfte zu erzielen, drastisch gesunken. Wir können aktuell die Eigenanteile, die für eine Förderung nötig sind, nicht aufbringen", sagt Mathias Hofmann (55), Vorstand der Kindervereinigung.

"Wir wollen nicht mehr Geld vom Jugendamt, sondern nur eine andere Lösung, hören aber immer nur, was nicht geht, egal welchen Vorschlag wir bringen." Gegen die ablehnenden Bescheide der Stadt hat die Kindervereinigung jetzt sogar Klage beim Verwaltungsgericht eingereicht.

Ausbaden müssen die Unstimmigkeiten die Jüngsten: Gerade mal 170 Verreiser-Plätze gibt es dieses Jahr in den Sommerferien. Mitte der 90er Jahre waren es bis zu 4500. Ob es nächstes Jahr überhaupt weitergeht, ist offen.

Die Kindervereinigung ist der größte Anbieter für Ferienreisen in Chemnitz.
Die Kindervereinigung ist der größte Anbieter für Ferienreisen in Chemnitz.  © Sven Gleisberg
Mathias Hofmann (55, l.), Vorstand der Kindervereinigung, sieht die "Verreiser" in finanzieller Gefahr. Stadtrat Maik Otto (43, SPD) will eine Lösung für die Förderung von Kinder- und Jugendreisen finden.
Mathias Hofmann (55, l.), Vorstand der Kindervereinigung, sieht die "Verreiser" in finanzieller Gefahr. Stadtrat Maik Otto (43, SPD) will eine Lösung für die Förderung von Kinder- und Jugendreisen finden.  © Ralph Kunz
Lagerfeuerromantik und unvergessliche Erlebnisse mit Gleichaltrigen konnten Generationen von Kindern mit den "Verreisern" erleben.
Lagerfeuerromantik und unvergessliche Erlebnisse mit Gleichaltrigen konnten Generationen von Kindern mit den "Verreisern" erleben.  © Die Verreiser
Tausende Kinder starteten in den vergangenen Jahren gemeinsam mit den "Verreisern" in die Sommerferien.
Tausende Kinder starteten in den vergangenen Jahren gemeinsam mit den "Verreisern" in die Sommerferien.  © Sven Gleisberg

Auch im Jugendhilfeausschuss sind die Misstöne angekommen. Stadtrat Maik Otto (43, SPD) will sie in der Sitzung am Dienstag ansprechen: "Es gibt mehrere Träger, die signalisieren, dass die Kommunikation mit dem Jugendamt nicht gut läuft. Das Problem der Eigenanteile sollten wir noch vor der Sommerpause besprechen und lösen."

Titelfoto: Sven Gleisberg

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