Für OB Schulzes Wirtschaftsbeirat hagelt es Kritik von allen Seiten

Chemnitz - Der neue Oberbürgermeister Sven Schulze (49, SPD) will die Wirtschaft stärken, berief dazu Ende Januar einen 15-köpfigen Wirtschaftsbeirat. Nun hagelt es von allen politischen Seiten Kritik an diesem Gremium - und aus der Wirtschaft.

Die Berufung des Wirtschaftsbeirates im Rathaus löst Kritik aus.
Die Berufung des Wirtschaftsbeirates im Rathaus löst Kritik aus.  © Uwe Meinhold

Als erster Kritiker meldete sich der Chemnitzer Unternehmer und frühere OB-Kandidat Lars Fassmann (43, parteilos) zu Wort: "Sechs Vertreter aus der Kultur- und Kreativbranche sind dabei. Wie wirtschaftsfern muss man sein, um so einen Beirat zu erstellen?"

Im Gremium fehlten viele Branchen, der Beirat sei zu groß, um effektiv zu entscheiden. "Außerdem fehlt eine Wahl durch den Stadtrat", sagt Fassmann.

Prinzipiell froh über den Beirat ist die Geschäftsführerin der Kreishandwerkerschaft, Susanne Schneider (40). "Aber die Zusammensetzung ist weit weg von dem, was die Chemnitzer Wirtschaft ausmacht." Schneider kritisiert die Übermacht von Verbänden und Großunternehmen - "kleine Betriebe, auch aus dem Handwerk, die hautnah mit der Stadt arbeiten, fehlen". Zudem müsse die CWE mitarbeiten: "Die muss ja Vorschläge aus dem Wirtschaftsbeirat umsetzen."

Stimmen der Arbeitnehmer vermisst Christian Neubauer (32, Linke): "Es gibt nur einen Gewerkschafter, dafür zwei Baufirmen. Sprecher aus den Bereichen Soziales, Gesundheit oder Nachhaltigkeit sind nicht dabei - für mich ist der Beirat ein Schlag ins Gesicht der Menschen."

Versammelt wirtschaftlichen Sachverstand: Oberbürgermeister Sven Schulze (49, SPD).
Versammelt wirtschaftlichen Sachverstand: Oberbürgermeister Sven Schulze (49, SPD).  © Hendrik Schmidt/dpa
Fordert mehr Arbeitnehmervertreter: Christian Neubauer (32, Linke).
Fordert mehr Arbeitnehmervertreter: Christian Neubauer (32, Linke).  © privat
Susanne Schneider (40) vertritt die Handwerkerschaft der Stadt.
Susanne Schneider (40) vertritt die Handwerkerschaft der Stadt.  © Maik Börner

Sven Schulze widerspricht: "Die Zusammensetzung des Beirates sollte den Sachverstand vieler Bereiche widerspiegeln. Das Gremium sollte in seiner Größe auch handlungsfähig bleiben - zu Einzelthemen werde ich weitere Berater hinzuziehen."

Titelfoto: Uwe Meinhold, Hendrik Schmidt/dpa

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