Kulturhauptstadt bleibt ohne Kulturbürgermeister: Schlammschlacht! Die Fraktionen treten nach

Chemnitz - Nach dem Wahl-Chaos um den Chemnitzer Sozial- und Kulturbürgermeister-Posten beginnt das große Nachtreten. Die Fraktionen melden sich mit heftigen Beschuldigungen zu Wort.

Ratlosigkeit unter den Bürgermeistern (v.l.): Ralph Burghart (50, CDU), OB Sven Schulze (49, SPD) und Miko Runkel (60, parteilos) steckten nach dem Los-Entscheid die Köpfe zusammen.
Ratlosigkeit unter den Bürgermeistern (v.l.): Ralph Burghart (50, CDU), OB Sven Schulze (49, SPD) und Miko Runkel (60, parteilos) steckten nach dem Los-Entscheid die Köpfe zusammen.  © Uwe Meinhold

Die Stadtratssitzung am Mittwoch artete zum Wahl-Krimi aus: Es ging darum, ob Susanne Schaper (43, Linke) oder Dr. Axel Bruder (55) Sozialbürgermeister von Chemnitz wird.

Die Wahlgänge brachten ein Patt hervor - das Los sollte entscheiden. Der Name auf dem gezogenen Zettel: Dr. Bruder. Prompt erklärte Oberbürgermeister Sven Schulze (49, SPD) sein Veto.

"Da die Entscheidung letztlich nur per Los getroffen wurde, war ich in der Verantwortung, hier gründlich und gewissenhaft abzuwägen, ob ich mein Einvernehmen erteile", so der OB am Tag danach. "Dies habe ich auch in dem Wissen getan, dass mich die Bewerbung von Herrn Dr. Bruder nicht überzeugt hat."

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"Wir sind tief enttäuscht, dass aus rein ideologischen und machtpolitischen Gründen eine reine Verhinderungswahl stattgefunden hat", erklärt Tim Detzner (42, Linke). "Dass Rechtspopulisten und Rechtsextreme keine Linke und Antifaschistin wählen, erscheint logisch. Dass aber auch Konservative sich in großer Zahl nicht durchringen können, ist unglaublich", so Kathleen Kuhfuß (41, Grüne).

"Wir fordern Sven Schulze zum Rücktritt auf, um weiteren Schaden am Ansehen der Stadt Chemnitz zu verhindern", sagt Volker Dringenberg (48, AfD).

Titelfoto: Uwe Meinhold

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