Männlich, weiblich, divers: Braucht Chemnitz einen Gleichstellungsbeirat?

Chemnitz - Die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Chemnitz, Pia Hamann (59), will die Chancengleichheit zwischen "Mann und Frau" erhöhen. Der entsprechende Beschlussantrag geht Linken-Stadträtin Carolin Juler (24) jedoch nicht weit genug.

Linken-Stadträtin Carolin Juler (24) begrüßt die Initiative zur Geschlechtergleichstellung - der Plan der Stadt geht ihr jedoch nicht weit genug.
Linken-Stadträtin Carolin Juler (24) begrüßt die Initiative zur Geschlechtergleichstellung - der Plan der Stadt geht ihr jedoch nicht weit genug.  © Kristin Schmidt

Im Wesentlichen fußt die Gleichstellungsoffensive auf zwei Standbeinen: einer institutionellen Förderung in Form einer Anlaufstelle für Frauen (im Doppelhaushalt sind hier rund 215.000 Euro eingestellt) sowie einzelnen Projektförderungen.

Die Ziele der Frauen-Anlaufstelle, so Hamann, seien politische Teilhabe, Steigerung der Erwerbstätigkeit und -fähigkeit sowie die Schaffung eines geschützten Raums für Austausch und Hilfe.

Carolin Juler kritisiert grundsätzlich die Beschränkung auf "Mann und Frau", dass also beispielsweise Menschen, die sich keinem dieser Geschlechterbegriffe zugeordnet fühlen, außen vor gelassen würden. Auch würde sie den Kreis der Entscheidungsträger erweitern: "Wir brauchen irgendeine Form von Gremium, sei es eine Arbeitsgruppe oder Gleichstellungsbeirat."

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Laut jetziger Fassung des Beschlussantrages bestimmt Oberbürgermeister Sven Schulze (50, SPD) über Belange der Anlaufstelle, die Gleichstellungsbeauftragte und die Frauenbeauftragte über die projektbezogene Förderung: "Diese Aufgaben dürfen nicht in der Hand von ein oder zwei Personen liegen", so Juler.

Außerdem fordert diese eine Einbeziehung von bestehenden Netzwerken und Akteuren von Chemnitz - etwa dem hiesigen CSD-Verein und der Frauenhilfe Chemnitz.

Titelfoto: Kristin Schmidt

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