Neue Freunde? "Freie Sachsen" flirten mit Querdenker-"Basis"

Chemnitz - Am politischen rechten Rand droht eine neue Koalition!

Vereint an der Brückenstraße in Chemnitz (v.l.): "Freie Sachsen", Verschwörungssender "Auf1.tv" und "Querdenker"-Partei "dieBasis".
Vereint an der Brückenstraße in Chemnitz (v.l.): "Freie Sachsen", Verschwörungssender "Auf1.tv" und "Querdenker"-Partei "dieBasis".  © Bernd Rippert

Am vergangenen Montag hatten die rechtsextremistischen "Freien Sachsen" und die "Querdenker"-Partei "dieBasis" erstmals einen gemeinsamen Stand in der Brückenstraße in Chemnitz.

Diese traute Eintracht ist neu: Im April hatte die Polizei beide Lager während zeitgleicher Demos noch mit Fahrzeugen voneinander getrennt.

Das Landesamt für Verfassungsschutz erfuhr von TAG24 von dem gemeinsamen Stand. Allerdings sei die Strategie der "Freien Sachsen", auch mit nichtextremistischen Akteuren zusammenzuarbeiten, schon länger bekannt.

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Das Landesamt sieht die "grundsätzliche Anschlussfähigkeit weiter Teile der gesellschaftlichen Mitte an rechtsextremistische Kreise mit großer Besorgnis".

Brisant: Die "Freien Sachsen" hatten ihren Stand zur Montagsdemo der Gruppe "Chemnitz steht auf" nicht angemeldet. Zur Demo gingen rund 150 Anhänger von "Basis", "Freien Sachsen" und "Chemnitz steht auf" gemeinsam.

Unterstützung bekam die Truppe von einem Team des Verschwörungssenders "Auf1.tv" aus Österreich.

Bei dieser Demo im April musste die Polizei noch die Demos von "dieBasis" und den Freien Sachsen/"Chemnitz steht auf" trennen.
Bei dieser Demo im April musste die Polizei noch die Demos von "dieBasis" und den Freien Sachsen/"Chemnitz steht auf" trennen.  © Haertelpress
Martin Kohlmann (44) sucht Anschluss an bürgerliche Kreise.
Martin Kohlmann (44) sucht Anschluss an bürgerliche Kreise.  © Sebastian Kahnert

CDU-Stadtrat: "Die Freien Sachsen sind Demokratie-Feinde!"

Michael Specht (36, CDU) warnt vor einer Zusammenarbeit mit Rechtsextremisten.
Michael Specht (36, CDU) warnt vor einer Zusammenarbeit mit Rechtsextremisten.  © Kristin Schmidt

Von einer Zusammenarbeit mit der bundesweiten "Basis" könnte vor allem der Chemnitzer Rechtsaußen-Anwalt Martin Kohlmann (44), Chef von Pro Chemnitz/Freie Sachsen, profitieren.

Grünen-Landtagsabgeordnete Kathleen Kuhfuß (42): "Es ist Kohlmann zuzutrauen, dass er sich mithilfe der Partei dieBasis als Deutschlands führender Rechtsextremist positionieren möchte."

CDU-Stadtrat Michael Specht (36) hofft, dass der Verfassungsschutz die neuen Freunde beobachtet: "Wer sich mit Rechtsextremisten zusammentut, offenbart, dass er ihre Ansichten teilt."

Kathleen Kuhfuß (42, Grüne) vermutet eine Strategie von Freie-Sachsen-Chef Martin Kohlmann.
Kathleen Kuhfuß (42, Grüne) vermutet eine Strategie von Freie-Sachsen-Chef Martin Kohlmann.  © Uwe Meinhold

Specht weiter: "Die Freien Sachsen sind Demokratie-Feinde!"

Titelfoto: Bernd Rippert

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