Lockdown sorgt für Entsetzen: Gastronomen planen Widerstand

Oberwiesenthal - Die beschlossenen Schließungen ab Montag lösen bei Gastronomen in der Region Entsetzen und Unverständnis aus. Der Branchenverband plant Widerstand.

Jens Weißflog (56) befürchtet drastische Folgen des neuen Gastro-Lockdowns.
Jens Weißflog (56) befürchtet drastische Folgen des neuen Gastro-Lockdowns.  © dpa/Hendrik Schmidt

Sachsens Dehoga-Hauptgeschäftsführer Axel Klein (51) sagte: "Wir sind geschockt. Es ist unfassbar, was hier passiert. Die Entscheidung widerspricht allen Statistiken und Expertenmeinungen."

Am Donnerstagvormittag ist eine Krisenschalte des Dehoga-Bundesverbandes geplant.

"Dann werden wir prüfen, welche rechtlichen Rahmenbedingungen es gibt, um dagegen vorzugehen, auch mit Klagen", so Klein.

Schon im Vorfeld hatte sich Skisprung-Legende Jens Weißflog (56) Luft gemacht. Er fühlt sich als Hotelier zu Unrecht an den Pranger gestellt: "Wir werden als Sündenbock in Sippenhaft genommen. Wir haben vor kurzer Zeit Kredite aufgenommen, um weiter existieren zu können und um Hygienekonzepte mit Plexiglaswänden und vielem mehr zu finanzieren. Lieferdienst ist für uns in einer Ferienregion keine Option."


Rene Richter (40) vom "Hans im Glück" ist auf Restaurant-Essen per Lieferdienst eingestellt.
Rene Richter (40) vom "Hans im Glück" ist auf Restaurant-Essen per Lieferdienst eingestellt.  © Ralph Kunz
Während des zweiten Lockdowns im November sollen auch wieder Restaurants schließen.
Während des zweiten Lockdowns im November sollen auch wieder Restaurants schließen.  © 123 RF/ Ariadna De Raadt

André Gruhle (46), der in Chemnitz das Miramar, Diebels Fasskeller, die Pelzmühle und das "Hans im Glück" betreibt, sieht im Außer-Haus-Geschäft dagegen einen Rettungsanker.

"Ich habe im Sommer Autos gekauft, Fahrer eingestellt. Wir werden die Weihnachtsgans auch nach Hause liefern. Trotzdem sind meine 300 Mitarbeiter jetzt wieder in Kurzarbeit, und das ist in einer Branche, in der auch Trinkgeld zum Verdienst beiträgt, richtig hart. Entlassungen plane ich nicht."

Titelfoto: 123 RF/ Ariadna De Raadt

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