Schulessen, Jugendhilfe, Zivilschutz: Chemnitzer Stadtrat verteilt Extra-Millionen

Chemnitz - Wohin mit der Kohle? Diese Frage beschäftigte den Stadtrat am Mittwoch. 13 Millionen Euro hatte der Freistaat an Chemnitz überwiesen. Preis- und Kostenentwicklungen durch Krieg und Corona zwangen weitgehend zum Konsens. Doch zwischendurch entflammte eine Essens-Schlacht um die Schulmahlzeit.

Das Thema Schul-Catering sorgte für Diskussionsbedarf.
Das Thema Schul-Catering sorgte für Diskussionsbedarf.  © dpa/Marius Becker

Streitpunkt war ein Hilferuf der Caterer: Ebenfalls von den wirtschaftlichen Entwicklungen betroffen, müssen sie die Preise für das Schüleressen deutlich anziehen. So stark, dass es die tägliche warme Mahlzeit wohl nicht mehr für unter 4 Euro geben wird.

Mit einem Vorstoß der SPD sollten 250.000 Euro für die Caterer bereitgestellt werden. Diese Summe sollte im Sozialen und Asyl sowie bei Kitas abgezwackt werden: "Damit wäre zumindest der Anfang gemacht", so Stadtrat Jürgen Renz (47), der das Geld als Überbrückungshilfe sah, bis Stadt und Caterer eine Lösung gefunden haben.

Der Vorschlag fand jedoch keine Mehrheit. So wurden die vollen fünf Millionen Euro für Sozialumlage und Asyl bewilligt. Und fürs Schulessen gibt's vorerst keinen Nachschlag.

"Die Gelder könnten nicht reichen"

Durch den Ukrainekrieg ist der Krisenschutz wieder in den politischen Fokus gerückt.
Durch den Ukrainekrieg ist der Krisenschutz wieder in den politischen Fokus gerückt.  © IMAGO/Chempic

Weitgehende Einigkeit herrschte unter anderem bei der Abstimmung über Zuschüsse für die Jugendhilfe (2,7 Millionen Euro) und C3-Veranstaltungszentren (500.000 Euro), den Zivil- und Katastrophenschutz (250.000 Euro) sowie die Sanierung der Kampfsporthalle im Sportforum (600.000 Euro).

150.000 Euro wurden auf Drängen der meisten Fraktionen schon einmal für die Trockenlegung der von Schimmel bedrohten Oberschule Gablenz reserviert.

Trotz der Extra-Kohle mahnte Kämmerer Ralph Burghart (51, CDU): "Die Gelder könnten nicht reichen."

Titelfoto: IMAGO/Chempic/dpa/Marius Becker

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