Stille Nacht nicht nur Silvester? Chemnitzer Grüne fordern generelles Böllerverbot

Chemnitz - Stille Nacht zu Silvester? Wenn es nach den Grünen geht, dürfen es die Chemnitzer auch nach Corona nicht mehr krachen lassen. Die Fraktion fordert für das gesamte Stadtgebiet ein ganzjähriges Böllerverbot für Privatpersonen. Im Stadtrat könnte das zu einer explosiven Debatte führen.

Sekt trinken statt böllern! Das fordert Grünen-Stadträtin Kathleen Kuhfuß (42).
Sekt trinken statt böllern! Das fordert Grünen-Stadträtin Kathleen Kuhfuß (42).  © Ralph Kunz

Die Chemnitzer Grünen wollen mit ihrem neuen Antrag erreichen, dass die Stadtverwaltung ab Juli 2022 das Abbrennen von "pyrotechnischen Gegenständen der Kategorie F2 mit ausschließlicher Knallwirkung in innerstädtischen Gebieten" dauerhaft untersagt. Das heißt: Das Zünden handelsüblicher Böller wäre verboten - auch zu Silvester.

Grünen-Stadträtin Kathleen Kuhfuß (42) sieht darin eine große Chance: "Man kann Silvester auch gemütlich auf dem Schloßberg mit dem Blick über Chemnitz anstoßen. Aber viele trauen sich gar nicht raus, weil auf den Straßen kriegsähnliche Zustände herrschen." Daneben gehe es beim Verbot um "typisch grüne Dinge" wie die Vermeidung von Müll und Feinstaub sowie den Tierschutz.

Als Spaßverderberin will die Stadträtin nicht gelten. Ihrer Ansicht nach sollten Stadtverwaltung, Bürgerplattformen und Anwohner in den Stadtteilen jeweils zentrale Orte festlegen, an denen die Chemnitzer ihre Raketen steigen lassen dürfen. Böller wären aber selbst dort tabu.

Müllberge am Neujahrsmorgen wären mit dem langfristigen Böllerverbot endgültig Geschichte.
Müllberge am Neujahrsmorgen wären mit dem langfristigen Böllerverbot endgültig Geschichte.  © Kristin Schmidt
Hält wenig von Verboten: FDP-Stadtrat Dieter Füsslein (80).
Hält wenig von Verboten: FDP-Stadtrat Dieter Füsslein (80).  © Steffen Füssel

Der Stadtrat soll am 2. Februar über den Beschlussantrag abstimmen. Schon jetzt kommt Gegenwind aus der FDP-Fraktion: "Wir freuen uns darauf, dass wir nach Corona wieder freier miteinander umgehen können", sagt Stadtrat Dieter Füsslein (80). "Wir sollten solche Einschränkungen nicht in die neue Zeit mitnehmen."

Titelfoto: Ralph Kunz

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