Protest-Aktion "Ohne uns ist's still": Groß-Plakate zum Lockdown-Jubiläum

Chemnitz - "Ohne uns ist's still", steht auf den Plakaten, die in vielen Chemnitzer Schaufenstern hängen. Mit der Aktion wollen regionale Künstler sichtbar bleiben. Denn ohne Theater, Konzerte und Galerien können viele von ihnen nicht mehr arbeiten. Jetzt sollen die "Kulturgesichter" auch auf Leinwänden und Riesen-Postern prangen.

Yvonne Preibisch (v.l.), Thomas Kahl (43) und Maik Selbmann (47) starteten die Chemnitzer "Kulturgesichter".
Yvonne Preibisch (v.l.), Thomas Kahl (43) und Maik Selbmann (47) starteten die Chemnitzer "Kulturgesichter".  © Maik Selbmann

Die bundesweite Aktion begann im Herbst 2020, als die Kultur wieder runterfahren musste. Der regionale Unternehmer Thomas Kahl (43) brachte das Projekt nach Chemnitz, spannte ein Netzwerk zwischen Musikern, Malern und Schauspielern, Veranstaltern und Bühnenbauern.

Kahl ließ 600 Plakate drucken, suchte nach Restaurants und Läden für den Aushang. "Wir haben einen Großteil bereits verteilen können, die Unterstützung ist wirklich großartig", sagt Kahl. Für die nächsten sechs Wochen laufen die Bilder auch auf 36 digitalen Groß-Leinwänden in der Stadt. Zum "Lockdown-Jubiläum" im März sollen 28 Groß-Plakate folgen.

Der Chemnitzer Fotograf Maik Selbmann (47) hat die mehr als 140 Porträts der Kulturschaffenden gemacht. Aus dieser Erfahrung heraus sieht er die Kultur der Stadt langfristig gefährdet: "Viele haben sich andere Jobs gesucht, zum Beispiel im Post-Verteilzentrum.

Die Plakate mit regionalen Künstlern finden sich überall in der Stadt, wie hier auf dem Brühl.
Die Plakate mit regionalen Künstlern finden sich überall in der Stadt, wie hier auf dem Brühl.  © Ralph Kunz

"Wenn die Kultur wieder losgeht, kann es sein, dass sie in ihren anderen Jobs bleiben", so Selbmann.

Titelfoto: Ralph Kunz

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