Proteste gegen Corona-Politik: Polizei stellt zahlreiche Verstöße fest

Chemnitz - Am Montagabend kamen in Chemnitz, dem Erzgebirge und in Mittelsachsen wieder Hunderte Menschen zusammen, um gegen die Sächsische Corona-Schutz-Verordnung und die aktuelle Politik zu demonstrieren.

In Chemnitz hatten sich am Montagabend etwa 50 Personen auf dem Neumarkt versammelt, um gemeinsam spazieren zu gehen. Die Polizei nahm die Identitäten der Teilnehmer auf. (Archivbild)
In Chemnitz hatten sich am Montagabend etwa 50 Personen auf dem Neumarkt versammelt, um gemeinsam spazieren zu gehen. Die Polizei nahm die Identitäten der Teilnehmer auf. (Archivbild)  © Uwe Meinhold

Wie die Polizei am Dienstag mitteilte, fanden insgesamt 19 solcher Versammlungen im Bereich der Polizeidirektion Chemnitz statt. Die Zusammenkünfte waren teilweise angemeldet, es gab aber auch nicht angemeldete Versammlungen.

Auf dem Chemnitzer Neumarkt konnte am Montag gegen 18 Uhr ein reger Zulauf beobachtet werden. Die Personen, die sich da trafen, trugen keinen Mund-Nasen-Schutz und hielten auch die erforderlichen Mindestabstände nicht ein. Nur etwa 15 Minuten später hatten sich schon um die 50 Personen auf dem Markt zusammengefunden. Eine Versammlungsanzeige gab es laut Polizei nicht. Schließlich startete die Gruppe dann zu einem Spaziergang.

"Eingesetzte Polizisten stoppten den Aufzug und begannen, die Identitäten der Teilnehmer festzustellen. Einige Personen verstreuten sich daraufhin", so ein Polizeisprecher. Ein 48 Jahre alter Mann widersetzte sich den Anweisungen und wollte abhauen. Die Polizisten mussten ihn festhalten, wobei der Mann um sich schlug. Er erhielt eine Anzeige wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte. Insgesamt wurden 25 Ordnungswidrigkeitsanzeigen ausgestellt.

Gegen 19.30 Uhr wurde noch ein 53-Jähriger auffällig. Er war in der Straße der Nationen ohne Mund-Nasen-Schutz unterwegs. Er wollte mit einem Fahrrad flüchten, was die Beamten aber verhindern konnten. Dabei schlug der Mann aber einen der Polizisten.

Weitere Versammlungen in Freiberg und Zwönitz

In Freiberg hatten sich im Albertpark Dutzende Menschen unter anderem mit Plakaten versammelt. Aus der Gruppe von etwa 75 Personen bildeten sich zwei Aufzüge, die über die Johann-Sebastian-Bach-Straße und die Heinrich-Heine-Straße in Richtung Friedeburg liefen. Die Polizei, die mit 80 Beamten vor Ort war, stoppte die eine Gruppe im Bereich Lessingstraße/Heinrich-Heine-Straße. Die Beamten nahmen die Personalien auf und erteilten Platzverweise.

"Parallel dazu hatten sich gut 50 Menschen auf dem Parkplatz des Schloßplatzes in losen Kleingruppen eingefunden. Ein Versammlungs- oder Kundgebungscharakter war dabei jedoch nicht festzustellen. Die Kleingruppen verstreuten sich letztlich im Stadtgebiet", teilte die Polizei mit. Insgesamt wurden 51 Ordnungswidrigkeitsanzeigen ausgestellt.

Auch in Zwönitz hatten sich etwa 150 Personen auf dem Markt zu einem Spaziergang zusammengefunden. Wieder gab es keine Versammlungsanzeige. "Da die Teilnehmer polizeiliche Sperren umliefen, wurde der Aufzug, der sich durch das Stadtgebiet bewegte, aus einem Polizeifahrzeug heraus videografiert. Hintergrund dieser polizeilichen Maßnahme ist, den Organisator des nichtgenehmigten Aufzuges zu ermitteln, da er sich mit der Durchführung nach dem Sächsischen Versammlungsgesetz strafbar gemacht hat", so ein Polizeisprecher.

Zwei Männer stellten sich vor das Dienstfahrzeug der Polizisten und versperrten ihm den Weg. Sie gingen erst nach mehrmaliger Aufforderung von der Fahrbahn. Gegen sie wird nun wegen Nötigung ermittelt.

Titelfoto: Uwe Meinhold

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