Bauer tot aufgefunden! Polizisten helfen hungrige Kühe und Kälber zu versorgen

Rochlitz - Am vergangenen Donnerstag machte die Polizei Rochlitz eine traurige Entdeckung auf einem Vierseitenhof. Die Beamten fanden einen allein lebenden Bauer, der leblos in der Melkanlage lag. Seine Tiere waren bereits unterversorgt.

Die Polizei machte am vergangenen Donnerstag eine traurige Entdeckung auf einem Bauernhof.
Die Polizei machte am vergangenen Donnerstag eine traurige Entdeckung auf einem Bauernhof.  © 123RF tupungato

Wie die Polizei Sachsen in einem Post auf Facebook schreibt, hatte ein besorgter Mitarbeiter einer Milchproduktionsfirma das Polizeirevier Rochlitz am vergangenen Donnerstag gegen 20 Uhr alarmiert.

Seit etwa zwei Tagen habe er den Bauern, bei welchem er regelmäßig Produkte abholt, nicht mehr gesehen.

Am Bauernhof angekommen, stellten die Beamten schnell fest, dass tatsächlich etwas nicht stimmen konnte. Die Türen des Vierseitenhofes waren offen, der Schlüssel steckte, im kontrollierten Außenbereich konnte niemand festgestellt werden und lautes Kuhgeschrei tönte aus einem angrenzenden Nebengebäude.

Weihnachts-Shoppen in Chemnitz: So lief der zweite Adventssamstag
Chemnitz Wirtschaft Weihnachts-Shoppen in Chemnitz: So lief der zweite Adventssamstag

Die traurige Vermutung bestätigte sich kurze Zeit später. Der alleinlebende Bauer wurde leblos in der Melkanlage aufgefunden, aus welcher die Schreie der Kühe zu hören waren.

Für den Mann kam jede Hilfe zu spät. Augenscheinlich war er schon länger tot.

Die Kollegen verständigten die Angehörigen und kontaktierten das Veterinäramt sowie die Multi-Agrar-Genossenschaft zur Klärung des weiteren Verbleibs der insgesamt 20 Kälber, 40 Kühe und eines Bullen.

Große Fütterungsaktion der ausgehungerten Tiere

Während die Beamten den Fundort sicherten und schließlich die Kollegen der Kriminalpolizei die Polizeiarbeit am Verstorbenen übernahmen, trafen gegen 21.30 Uhr ein Tierarzt vom Veterinäramt, eine weitere Tierärztin, zwei Mitarbeiter der Multi-Agrar-Genossenschaft und die weiteren Kollegen an der Melkanlage ein.

Da die Tiere bereits mehrere Tage unversorgt waren, beteiligten sich alle an der äußert dringenden Fütterung der 20 Kälber. Die Milch zur Versorgung wurde von der Multi-Agrar-Genossenschaft bereitgestellt. Alle Anwesenden schnappten sich einen Milcheimer und sahen zu, wie die Kälbchen ihre lang ersehnte Mahlzeit verschlangen. Zudem wurden mit schwerer Technik Strohballen aufbereitet und schlussendlich die ausgewachsenen Tiere gefüttert.

So konnten die 61 Tiere im Zuge dieses tragischen Todesfalls unkompliziert versorgt werden. Eine Abstimmung zwischen Veterinäramt und Genossenschaft erfolgte am nächsten Tag zum weiteren Vorgehen.

Titelfoto: 123RF tupungato

Mehr zum Thema Chemnitz: