Sächsische Unternehmen wollen erste Wasserstoff-Tram Europas bauen

Chemnitz/Leipzig/Amtsberg - Drei sächsische Unternehmen planen eine einzigartige Innovation: Die erste Wasserstoff-Straßenbahn Europas. Bereits in vier Jahren soll der Prototyp vorgestellt werden.

Ohne Stromabnehmer, ohne Oberleitung: So könnte Europas erste Wasserstoff-Straßenbahn aussehen - entwickelt in Sachsen.
Ohne Stromabnehmer, ohne Oberleitung: So könnte Europas erste Wasserstoff-Straßenbahn aussehen - entwickelt in Sachsen.  © PR/Hörmann Vehicle Engineering

An dem Projekt tüftelt derzeit das Chemnitzer Unternehmen "Hörmann Vehicle Engineering", das Straßenbahnbauunternehmen "HeiterBlick GmbH" aus Leipzig und die Firma "Automation & Robotik" aus Amtsberg (Erzgebirge).

Gemeinsam wollen sie Europas erste Wasserstoff-Tram auf die Schiene bringen. Das Projekt wird vom Bund mit insgesamt 2,1 Millionen Euro gefördert.

"Jede größere Stadt wird aufgrund der klimapolitischen Ziele der Bundesregierung in den nächsten Jahren gezwungen sein, neue Mobilitätslösungen zu finden", sagt Volkmar Vogel, Vizepräsident von "Hörmann".

Chemnitz: Der Adventsexpress ist unterwegs! Hier fahren an den Wochenenden mehr Bahnen
Chemnitz Der Adventsexpress ist unterwegs! Hier fahren an den Wochenenden mehr Bahnen

Der große Vorteil einer Wasserstoff-Straßenbahn sei, dass sie keine Oberleitungen brauche. Ohnehin würden die Verkehrsunternehmen neue Straßenbahnnetze immer häufiger ohne Oberleitung planen.

Die nicht erforderlichen Oberleitungen hätten für die Städte zwei große Vorteile: Zum einen würden sie die Sicht in den Himmel nicht mehr beeinträchtigen, zum anderen würden lange Genehmigungsverfahren für den Bau einer Strecke wegfallen.

Laut Hörmann-Vizepräsident Volkmar Vogel werden Wasserstoff-Straßenbahnen in Zukunft eine große Rolle spielen (Archivbild).
Laut Hörmann-Vizepräsident Volkmar Vogel werden Wasserstoff-Straßenbahnen in Zukunft eine große Rolle spielen (Archivbild).  © Sven Gleisberg

Wasserstoff-Straßenbahn könnte Stadtränder besser erreichen

Da für eine Wasserstoff-Tram nur Gleise erforderlich sind, könnten auch neue Streckenerschließungen möglich sein.

So wäre es laut dem Unternehmen "Hörmann" denkbar, dass neue Stadtteile und Stadtrandgebiete erschlossen werden könnten. Gerade am Stadtrand sind Oberleitungen aus ökologischen oder verkehrstechnischen Gründen meist nicht umsetzbar.

Das Chemnitzer Unternehmen "Hörmann" will keine Zeit verlieren. Laut Vogel soll Europas erste Wasserstoff-Straßenbahn "zeitnah auf die Schiene".

Schon in vier Jahren möchte die Firma "HeiterBlick" den ersten Prototypen vorstellen. Nach einer Testphase könnte die Serienproduktion starten.

Titelfoto: Sven Gleisberg, PR/Hörmann Vehicle Engineering

Mehr zum Thema Chemnitz: