Schockanrufe in Chemnitz: Polizei will nach tödlichem Unfall 184.000 Euro haben!

Chemnitz - Am Dienstag wurden der Polizei wieder sogenannte "Schockanrufe" durch falsche Polizeibeamte gemeldet, bei denen Gauner Geld erbeuten wollten. Insgesamt wurden sieben Fälle angezeigt.

Am Dienstag haben mehrere Personen in Chemnitz, Mittelsachsen und dem Erzgebirge sogenannte "Schockanrufe" erhalten. Damit wollten Betrüger an Geld kommen, allerdings ohne Erfolg. (Symbolbild)
Am Dienstag haben mehrere Personen in Chemnitz, Mittelsachsen und dem Erzgebirge sogenannte "Schockanrufe" erhalten. Damit wollten Betrüger an Geld kommen, allerdings ohne Erfolg. (Symbolbild)  © 123rf/ginasanders

In Chemnitz-Adelsberg erhielt ein 67 Jahre alter Mann gegen 14 Uhr einen Anruf von einem vermeintlichen Kommissar. Dieser berichtete ihm von einem tödlichen Unfall, der angeblich von einem Angehörigen des Mannes verursacht worden war. "Der Verursacher würde dadurch in ein Gefängnis kommen hieß es und könne dies durch eine Zahlung von 184.000 Euro abwenden. Schnell bemerkte der 67-Jährige den Schwindel und beendete das Gespräch", berichtete ein Polizeisprecher am Mittwoch.

Eine weitere Adelsbergerin (82) erhielt einen solchen Anruf, ebenso wie eine 72 Jahre alte Frau aus Grüna.

In Hartmannsdorf meldeten sich die Betrüger gegen 10.30 Uhr bei einem 60-Jährigen. Wieder schilderte der selbsternannte Beamte einen tödlichen Unfall, den ein Familienmitglied des Mannes verursacht haben soll. Diesmal verlangte der "Polizist" 84.000 Euro Kaution, damit der Angehörige nicht ins Gefängnis müsse.

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Wie die Polizei mitteilte, wurde der 60-Jährige noch an eine angebliche Mitarbeiterin vom Amtsgericht Nürnberg weitergeleitet. Der Mann erkannte den Betrug und beendete das Telefonat.

Polizei warnt vor solchen Betrugsversuchen

Auch ein Amtsberger (81), eine Frau aus Augustusburg (79) und ein 82 Jahre alter Neukirchner erhielten Anrufe wie diese. "In allen Fällen wurde das Gespräch vor einer Geldforderung beendet und die Polizei über die Anrufe informiert", so ein Polizeisprecher.

Bereits Mitte Juni hatten Betrüger versucht mit der Masche in Mittelsachsen und im Erzgebirge Geld zu ergaunern. Die Täter hatten dabei aber nicht mit ihren Opfern gerechnet, die nicht auf den Betrug reingefallen sind (TAG24 berichtete).

Die Polizei warnt vor derartigen Betrugsversuchen:

  • am Telefon keine Auskünfte über die Finanzen oder andere vertrauliche Informationen herausgeben, auch wenn der Anrufer behauptet, Mitarbeiter offizieller Stellen zu sein
  • kein Geld oder Wertsachen an Fremde übergeben
  • Angehörige, Vertrauenspersonen oder Polizei über solche Anrufe informieren, Polizei informieren
  • Bekannte, besonders ältere Menschen vor solchen Betrügereien warnen

Titelfoto: 123rf/ginasanders

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