TU Chemnitz-Professor erklärt: So kann eine zweite Corona-Welle verhindert werden

Chemnitz - Rund sechs Monate nach dem ersten Corona-Fall in Deutschland ist die Zahl der Neuinfektionen mittlerweile auf einem niedrigen Niveau. Doch wie können wir eine zweite Infektionswelle verhindern? Prof. Dr. Stephan Mühlig von der TU Chemnitz gibt im aktuellen Podcast "TUCpersönlich" Antworten.

Prof. Dr. Stephan Mühlig (59), Professor für Klinische Psychologie an der TU Chemnitz weiß, wie man eine zweite Corona-Welle verhindern kann.
Prof. Dr. Stephan Mühlig (59), Professor für Klinische Psychologie an der TU Chemnitz weiß, wie man eine zweite Corona-Welle verhindern kann.  © Steffen Füssel

"Durch die geringen Neuinfektionen bewegen wir uns in Deutschland in einer sehr komfortablen Situation", meint Mühlig, spricht sich dafür aus, Schulen und Hochschulen wieder schrittweise zu öffnen. Voraussetzung dafür: Neuinfektionen frühzeitig erkennen, Infektionsketten nachverfolgen. 

"Die Corona-Warn-App könnte hier eine entscheidende Rolle spielen." Wenn alle Personen benachrichtigt werden, die mit einer infizierten Person Kontakt hatten, könne man die Infektionsketten nachvollziehen. 

"Vorsichtshalber sollten alle Personen, die mit einer infizierten Person Kontakt hatten, 14 Tage in Quarantäne. Auch wenn noch kein Testergebnis vorliegt", schlägt der TU-Professor vor. "Das ist der Weg, den zum Beispiel Japan beschreitet und damit sehr erfolgreich war."

Wenn genügend Menschen die App nutzten und die Handlungsanweisungen befolgen, besteht, so Mühlig, die Chance, eine zweite Corona-Welle zu verhindern.

Vor allem Großveranstaltungen und Menschenansammlungen in größeren Räumen müssten weiter unterbunden werden, um eine zweite Welle zu vermeiden, meint der Professor.

Vor allem Großveranstaltungen wie Festivals müssten weiter unterbunden werden, da eine Masseninfektion droht (Archivbild).
Vor allem Großveranstaltungen wie Festivals müssten weiter unterbunden werden, da eine Masseninfektion droht (Archivbild).  © Thomas Frey/dpa

Erhöhte Infektionsgefahr im Flieger: Mühlig besorgt über Reisen mit dem Flugzeug

Sicherheitsrisiko Flieger: Neuste Studien zeigen, dass im Flugzeug eine hohe Infektionsgefahr besteht (Symbolbild).
Sicherheitsrisiko Flieger: Neuste Studien zeigen, dass im Flugzeug eine hohe Infektionsgefahr besteht (Symbolbild).  © 123RF/kasto

Besorgt zeigt sich Mühlig über die Reise mit dem Flieger: "Durch die Urlaubsaktivitäten und die vermehrte Flugtätigkeit können neue Risiken entstehen. Da muss man sehr aufpassen."

Neue Studien würden zeigen, dass eine hohe Infektionsgefahr in einem Flieger besteht. Es würde nur ein Infizierter ausreichen, so Mühlig, um das Virus wieder über die verschiedenen Kontinente zu verteilen. 

Um eine zweite Welle zu verhindern, sollte also auf das Reisen mit dem Flieger verzichtet werden. Zumindest so lange, bis ein Impfstoff auf dem Markt ist.

Doch bis dieser verfügbar ist, wird es wohl noch eine Weile dauern: "Die Entwicklung eines Impfstoffes braucht einfach seine Zeit."

"Es hat ja keinen Sinn, wenn man viele Leute impft, dann aber anderweitig irgendwelche Schäden entstehen."

Titelfoto: Steffen Füssel/Thomas Frey/dpa

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