Vorsicht! Computer-Betrüger nutzen Corona-Not der Betriebe aus

Chemnitz/Gersdorf - Diese Ganoven "phishen" im Trüben: Betrüger versuchen derzeit im Raum Chemnitz, Handwerksbetriebe mit Phishing-Mails abzuzocken. Das Perfide an der neuen Masche: Die E-Mails tragen den Titel "Antrag auf Überbrückungshilfe III" - das soll die Notlage vieler Betriebe in der Corona-Pandemie ausnutzen.

Martin Jänsch (45) von der Handwerkskammer warnt vor betrügerischen Phishing-E-Mails an Handwerker.
Martin Jänsch (45) von der Handwerkskammer warnt vor betrügerischen Phishing-E-Mails an Handwerker.  © Sven Gleisberg

Der Gersdorfer Handwerksbetrieb Klitsch (Isoliertechnik) bekam diese E-Mail gleich dreimal. Chef Jens Klitsch (58): "Absender war eine angebliche Vertretung der Europäischen Union. Ich hätte die E-Mail vielleicht geöffnet. Zum Glück saß meine 78-jährige Mutter am Computer und wurde sofort misstrauisch."

Ein Anruf bei der Handwerkskammer Chemnitz löste das Rätsel: Es handelt sich um Betrug. Handwerkssprecherin Romy Weisbach (47) warnt: "Durch das Öffnen der Anhänge könnte unfreiwillig Zugriff auf den Firmenrechner gewährt oder Schadprogramme aktiviert werden. Außerdem werden Anträge auf Überbrückungsgeld nicht ungefragt versandt."

Das bestätigt der Rechtsberater der Handwerkskammer, Martin Jänsch (45): "Mit bekannten Institutionen wie der EU werden Empfänger in einer Notlage geschickt ausgenutzt. Schauen Sie sich jede E-Mail genau an!"

Mit solchen Fake-E-Mails wollen Betrüger Zugang zu Firmen-Computern bekommen.
Mit solchen Fake-E-Mails wollen Betrüger Zugang zu Firmen-Computern bekommen.  © Sven Gleisberg

Jens Klitsch ist seiner Mutter dankbar: "Hilfe kann gerade das Bauhandwerk in Sachsen derzeit gut gebrauchen, weil wir viele Aufträge durch ausfallende Mitarbeiter aus Polen oder Tschechien verlieren."

Titelfoto: Sven Gleisberg

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