13. Februar in Corona-Zeiten: Rechte Aufzüge sollen unterbunden werden

Dresden - Alles anders und doch nicht entspannt: Am Samstag jährt sich die Bombardierung Dresdens zum 76. Mal. Verlegt sich das offizielle Gedenken größtenteils ins Netz, wollen Rechtsextremisten den Tag draußen für sich nutzen. Aufzüge will die Polizei allerdings nicht zulassen.

Dresden Polizeipräsident Jörg Kubiessa (56) will die Einhaltung der Corona-Regeln im Auge behalten.
Dresden Polizeipräsident Jörg Kubiessa (56) will die Einhaltung der Corona-Regeln im Auge behalten.  © Steffen Füssel

"Der 13. Februar 2021 steht unter dem Zeichen der Pandemiebedingungen, die ausschließlich ein stationäres Versammlungsgeschehen zulassen", sagte Dresdens Polizeipräsident Jörg Kubiessa (56).

"Diese Besonderheit lässt geringere Einschränkungen für die Dresdnerinnen und Dresdner erwarten."

Die Polizei hat besonders Alt- und Neumarkt sowie Hauptbahnhof und Bahnhof Mitte im Auge.

Ein Neonazi-Aufmarsch sei nicht geplant

Ein solcher Neonazi-Demozug ist nicht erlaubt.
Ein solcher Neonazi-Demozug ist nicht erlaubt.  © Eric Hofmann

Diese beiden Bahnhöfe nicht ohne Grund: Vor dem Hauptbahnhof hat Dresdens NPD-Chef und der langjährige Organisator der Neonazi-Aufmärsche, Maik Müller (38), zwischen 14 und 16.30 Uhr eine Kundgebung angemeldet - sein Parteifreund und Bundes-Chef der "Jungen Nationalisten", Paul Rzehaczek (30), ebenfalls eine am Bahnhof Mitte.

Beide sollen nach TAG24-Informationen im Kooperationsgespräch angegeben haben, keinen Aufzug zu planen.

Ob die bundesweit anreisenden Neonazis am Ende nicht doch geschlossen von der einen zur anderen Veranstaltung laufen werden, wird sich zeigen.

Weitere Kundgebungen am Altmarkt

Mit Kunst wird auf dem Dresdner Neumarkt zu Frieden gemahnt.
Mit Kunst wird auf dem Dresdner Neumarkt zu Frieden gemahnt.  © Steffen Füssel

Auf dem Altmarkt haben wiederum die Dresdner AfD und die "Junge Alternative" Kundgebungen ab 19 Uhr angezeigt.

Gegen diese und die Neonaziveranstaltungen ist auch Gegenprotest vor Ort geplant.

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (45, CDU), Landtagspräsident Matthias Rößler (66, CDU) und Oberbürgermeister Dirk Hilbert (49, FDP) planen, 17.30 Uhr im kleinen Rahmen weiße Rosen am Altmarkt abzulegen.

Die Menschenkette, die in den vergangenen Jahren die Innenstadt umringte, findet dieses Jahr pandemiebedingt nur virtuell statt: Bis Donnerstag konnten Fotos hochgeladen werden, die dann ab 18 Uhr an Fassaden im Zentrum projiziert werden.

Titelfoto: Bildmontage: Steffen Füssel (2)

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