13 Jahre nach ihrer Ermordung: Dresden benennt Platz nach Marwa El-Sherbini

Dresden - Dieser Tag hat Dresden erschüttert: Am 1. Juli 2009 war die schwangere Ägypterin Marwa El-Sherbini (†31) im Landgericht vor den Augen ihres Mannes und ihres dreijährigen Sohnes mit 18 Messerstichen ermordet worden. Das Motiv: Islamfeindlichkeit und Ausländerhass. Nun trägt ein Platz in Dresden Marwas Namen.

Die Grünfläche vor dem Landgericht trägt nun den Namen "Marwa-El-Sherbini-Park". Zur Eröffnung kam auch Justizministerin Katja Meier (42, Grüne).
Die Grünfläche vor dem Landgericht trägt nun den Namen "Marwa-El-Sherbini-Park". Zur Eröffnung kam auch Justizministerin Katja Meier (42, Grüne).  © Holm Helis

Damit diese schreckliche Tat nicht in Vergessenheit gerät, wurde die bislang namenlose Grünfläche vor dem Landgericht nach Marwa benannt.

Bei der Eröffnungsfeier enthüllte Oberbürgermeister Dirk Hilbert (50 FDP) am Montag im Beisein von Sachsens Justizministerin Katja Meier (42, Grüne) und Marwa-El-Sherbini-Stipendiatin Tabea-Kejal Jamshididana das dazugehörige Schild.

"Der Platz soll uns Erinnerung und Mahnung sein", sagte Hilbert. Denn die Ermordung El-Sherbinis sei "einer der schrecklichsten Tage in unserer jüngeren Stadtgeschichte" gewesen.

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Das enthüllte Schild soll nur ein Anfang sein. So plant die Stadt, den Park mittels eines aktiven Beteiligungsprozesses zu einem lebendigen Ort des Erinnerns zu machen.

Marwa El-Sherbini (†31) wurde 2009 in Dresden aus Ausländerhass erstochen.
Marwa El-Sherbini (†31) wurde 2009 in Dresden aus Ausländerhass erstochen.  © Matthias Hiekel/dpa

Ein ausführlicher Gestaltungsprozess, der die Komplexität des Verbrechens und dessen Motivlage berücksichtigt, soll bald beginnen, kündigt das Rathaus an.

Titelfoto: Matthias Hiekel/dpa und Holm Helis

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