500-Mio.-Euro-Plan: DVB stellen Weichen für die Zukunft

Dresden - Aktuell kämpfen die DVB noch mit den Auswirkungen der Corona-Krise. Dennoch wird bereits die Zeit danach geplant. Hinter den Kulissen entstand ein echter "Wumms": das "Strategiepapier 2030". Eine halbe Milliarde Euro soll ausgegeben werden, damit die Verkehrsbetriebe das am meisten benutzte Fortbewegungsmittel der Stadt werden.

Um mehr Passagiere anzulocken, wollen die DVB Strabas bis zum Flughafen rollen lassen.
Um mehr Passagiere anzulocken, wollen die DVB Strabas bis zum Flughafen rollen lassen.  © Holm Helis

So soll durch Hunderte Einzelmaßnahmen erreicht werden, dass der "Modal Split" (Anteil der Verkehrsmittel untereinander) von aktuell 20 Prozent auf 25 bis 30 Prozent steigt. Statt aktuell mehr als 160 Millionen Fahrgäste pro Jahr könnte diese Zahl bis zum Jahr 2030 auf 200 bis 230 Millionen Passagiere steigen.

Wie das erreicht werden kann, haben die DVB nun erstmals exakt aufgeschrieben. Im Hintergrund haben Computersysteme nicht nur die Kosten, sondern auch die sehr wahrscheinlich zu erwartenden neuen Fahrgäste punktgenau aufgeschlüsselt. 

Das sind die wichtigsten Meilensteine: Die Linie 7 soll zukünftig alle 7,5 Minuten fahren (plus 0,6 Millionen Passagiere). Auch die Linien 3, 6, 11, 13 sollen häufiger fahren (+1,6 Mio.). 

Weiterhin sollen massiv neue Straba-Linien gebaut werden. Löbtau-Strehlen (+1,3 Mio.) befindet sich im Bau. An der Strecke Johannstadt-Plauen (+0,6 Mio.) wird zumindest geplant. Die Verkehrsbetriebe wünschen sich eine Airport-Straßenbahn. Eine neue Linie 17 (+1 Mio.) könnte entlang der Karl-Marx-Straße die Wohnstandorte und Arbeitsplätze in Klotzsche an Flughafen und Innenstadt anbinden.

DVB planen mit 40 bis 60 Millionen mehr Fahrgästen pro Jahr

Etwa 40 Millionen mehr jährliche Fahrgäste wollen die DVB schon in zehn Jahren befördern.
Etwa 40 Millionen mehr jährliche Fahrgäste wollen die DVB schon in zehn Jahren befördern.  © Steffen Füssel
"Mit einer überschaubaren Summe viel erreichen": DVB-Vorstand Lars Seiffert (51).
"Mit einer überschaubaren Summe viel erreichen": DVB-Vorstand Lars Seiffert (51).
Allein die neuen DVB-Autos und Räder sollen eine halbe Million mehr Fahrgäste einbringen.
Allein die neuen DVB-Autos und Räder sollen eine halbe Million mehr Fahrgäste einbringen.  © DVB

Ähnlich exakt haben die DVB den Ausbau des Busnetzes (+6,6 Mio.) mehr Car- und Bikesharing (+0,5 Mio) und die Erhöhung der ÖPNV-Reisegeschwindigkeit (+6,4 Mio.) durchgeplant. Am Ende der Rechnung stehen 40 bis 60 Millionen mehr Fahrgäste pro Jahr.

Bezahlt werden soll das mit 140 Millionen Euro für neue Fahrzeuge und 360 Millionen Euro für Infrastruktur. Obendrauf kämen jährlich etwa 14 Millionen Euro höhere Betriebskosten.

Weil solche Ausgaben hoch gefördert werden, blieben für Dresden etwa 120 Millionen übrig, verteilt auf zehn Jahre. 

"Was vor der Pandemie gestimmt hat, wird weiter richtig sein: Dresden wächst. Für eine übersichtliche Summe können wir einen hohen Nutzen für die Stadt erzielen", sagt DVB-Vorstand Lars Seiffert (51). In allen Punkten hat der Stadtrat das letzte Wort.

Titelfoto: Holm Helis

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