Ab heute! In Sachsen gilt eine neue Corona-Regel für Grenzpendler

Dresden - Neue Regel für Berufspendler aus Polen und Tschechien: Von diesem Montag an müssen sich Grenzpendler, die aus Risikogebieten ein- oder ausreisen, einmal pro Woche testen lassen. Das sieht die sächsische Corona-Quarantäne-Verordnung vor.

Kein Verkehr herrscht an der deutsch-tschechischen Grenze in Sebnitz. Wer trotzdem pendelt, muss sich wöchentlich auf Corona testen lassen
Kein Verkehr herrscht an der deutsch-tschechischen Grenze in Sebnitz. Wer trotzdem pendelt, muss sich wöchentlich auf Corona testen lassen  © Sebastian Kahnert/dpa

Damit sollen nach Angaben des Wirtschaftsministeriums Infektionsketten schneller erkannt und gestoppt werden.

Der Freistaat beteiligt sich mit bis zu zehn Euro pro Antigen-Schnelltest.

Eigentlich sollten die Tests zweimal pro Woche erfolgen, nach Kritik von Verbänden und Unternehmen steuerte das Kabinett jedoch nach.

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Für die Unternehmen ist die Situation dennoch eine Herausforderung, sie müssen die Tests über Betriebsärzte oder mithilfe von privaten Testcentern organisieren.

Das Gesundheitsministerium schätzt, dass etwa 25.000 Personen Anträge auf Kostenbeteiligung bei der Landesdirektion Sachsen stellen können.

Kippen könnte die Regel, wenn Deutschland wegen der hohen Infektionszahlen Tschechien als Hochrisikogebiet einstuft.

Damit wäre ein Grenzübertritt für tschechische Pendler laut einer neuen Verordnung des Bundes nur noch mit einem negativen Corona-Test, der nicht älter als 48 Stunden sein darf, möglich.

Update, 18. Januar 2021, 15.18 Uhr: Tests im Minutentakt vor Arbeitsbeginn in Görlitz

Zu Beginn der Testpflicht für Grenzpendler haben die Testzentren regen Zulauf verbucht. Bereits am Montagmorgen um sechs Uhr begannen die Mitarbeiter im Modl Medical-Testcenter in Görlitz mit den Corona-Schnelltests. "Die ersten 70 aus der Birkenstock-Frühschicht hatten nach 25 bis 30 Minuten ihre Ergebnisse", sagte Geschäftsführerin Nicole Modl.

Für den Teststart am Montag habe ihr Team am Freitag und am Wochenende alle Abläufe geprobt. Insgesamt seien sowohl morgens wie nachmittags jeweils zwei Stunden für die Birkenstock-Mitarbeiter reserviert. Für die Spätschicht meldete das Unternehmen nochmals 200 Personen.

Das Ergebnis bekommen die Getesteten bei Modl als SMS auf das Handy und per E-Mail. Für das Görlitzer Testzentrum wurden Ärzte und Pflegepersonal aus dem medizinischen Versorgungszentrum Bautzen geschult. Modl Medical will demnächst weitere Testzentren eröffnen, darunter in Zittau.

Update, 18. Januar 2021, 15.22 Uhr: Weiteres Testzentrum in Kodersdorf

Ein weiteres Testzentrum hat am Freitag in Kodersdorf eröffnet. "Aufgrund der Nachfrage einiger Firmen haben wir am Montag um 5 Uhr mit den Testen begonnen", sagte David Timm von Covimedical. Das Unternehmen aus dem hessischen Dillenburg betreibt deutschlandweit 20 Teststandorte, in dieser Woche sollen in Zwickau und Dresden zwei weitere Stationen dazukommen.

Zudem können sich Berufspendler aus Polen und Tschechien auch in Apotheken in Görlitz sowie bei einzelnen Ärzten testen lassen. Einige von ihnen erlebten am Wochenenden einen Ansturm. Viele Unternehmen aus der Grenzregion haben sich darüber hinaus für eigene Lösungen entschieden und Personal zum Testen geschult oder externe Testanbieter gebucht.

Titelfoto: Sebastian Kahnert/dpa

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