Abriss der Husarenhof-Ruine: Warum es jetzt zu Verzögerungen kommt

Bautzen - Seit fünf Jahren steht das ehemalige Hotel Husarenhof leer. Das brennende Haus wurde 2016 nach einem Anschlag zum Symbol der Flüchtlingskrise. Vergangene Woche rückten Bagger an, um die Ruine nach fünf Jahren abzureißen. Doch nun ist es still auf der Baustelle. Denn: Womöglich haben sich tierische Einwanderer in der Ruine eingenistet.

Eigentlich sollten hier seit knapp zwei Wochen Abrissarbeiten stattfinden. Doch möglicherweise haben sich Fledermäuse im Dachstuhl der Brandruine eingenistet.
Eigentlich sollten hier seit knapp zwei Wochen Abrissarbeiten stattfinden. Doch möglicherweise haben sich Fledermäuse im Dachstuhl der Brandruine eingenistet.  © Thomas Türpe und imago images / Nature Picture Library

Fakt ist: Die einsturzgefährdete Brandruine des ehemaligen Hotels muss weg. Doch es gibt ein Problem.

Die Untere Naturschutzbehörde hatte die Stadt Bautzen darauf hingewiesen, dass ein Gutachten erstellt werden muss. Das ist allerdings vom September 2019 und somit mehr als ein Jahr alt. Mittlerweile haben es sich möglicherweise Gäste im Dachstuhl gemütlich gemacht.

"Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass das Abrissgebäude Ruhe- und Fortpflanzungsstätten besonders streng geschützter Arten beherbergt oder gar Fledermäuse im Gebäude überwintern", weiß Mandy Noack, Sprecherin des Landratsamts Bautzen.

"Das Gutachten ist aus heutiger Sicht nicht mehr zureichend", sagt Andreas Breuer (61), Chef der zuständigen Abrissfirma Klix Recycling. Die Firma musste ihre Arbeit nach nur zwei Tagen einstellen.

"Keine Frage, die Tiere sind schützenswert", so Breuer. "Doch das Gebäude ist stark einsturzgefährdet. Selbst wenn dort Vögel oder Fledermäuse nisten, wir könnten sie nicht bergen."

Neues Gutachten soll Klarheit für den Husarenhof bringen

Der Brandanschlag auf das geplante Flüchtlingsheim im Husarenhof erschütterte 2016 ganz Deutschland.
Der Brandanschlag auf das geplante Flüchtlingsheim im Husarenhof erschütterte 2016 ganz Deutschland.  © Rocci Klein

2016 brannte das Hotel kurz vor seiner Nutzung als Flüchtlingsheim ab. Als Ursache wurde Brandstiftung ermittelt, Hintergründe und Täter sind bis heute unbekannt. Die Löscharbeiten wurden zudem von jubelnden Schaulustigen behindert.

Bis Mitte Februar sollen die Abrissarbeiten dauern. Das Areal soll anschließend als Erweiterung des benachbarten Einkaufszentrums dienen.

Ein neues Gutachten soll kommende Woche schließlich Licht ins Dunkel bringen.

Titelfoto: Thomas Türpe und imago images / Nature Picture Library

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