Absturz-Drama um Rathaus-Falken: Schnellster Vogel der Welt schielte plötzlich

Dresden - Nur zwei Wanderfalken-Nester gibt es in Dresden: Hoch oben am Gasometer in Reick und auf dem Rathausturm. Dort schlüpften im April zwei Küken (TAG24 berichtete), die seit ein paar Wochen den Beutefang erlernen. Dabei verletzte sich einer der beiden Jungvögel schwer.

Nach einer Woche Pflege konnte Vogelretter Steffen Keller (62) den Jungfalken wieder auf dem Rathausturm aussetzen.
Nach einer Woche Pflege konnte Vogelretter Steffen Keller (62) den Jungfalken wieder auf dem Rathausturm aussetzen.  © privat

Es geschah bei einem "Bettelflug". Die Eltern werfen dabei Beute ab, die Jungfalken versuchen diese zu fangen. 

So erlernt der Nachwuchs den Jagdflug und die Kontrolle über die rasante Geschwindigkeit von bis zu 300 Stundenkilometern (Vogel-Weltrekord). 

"Dabei flog der Jungfalke gegen ein Hindernis und zog sich ein Schädel-Hirn-Trauma zu, schielte sogar", sagt Vogelretter Steffen Keller (62). 

Eine Woche versorgte der Gründer der Wildvogelauffangstation in Kaditz das Tier. "Dann wurde am Wochenende auch noch der Bruder am Boden entdeckt und zu uns gebracht."

Damit die Eltern den Brutplatz nicht aufgeben, war Eile geboten. 

Nachdem sich beide Jungfalken erholt hatten, konnte sie Keller jetzt wieder auf dem Rathausturm aussetzen. 

"Die Eltern nahmen sie an, die Familie ist wieder vereint", sagt Keller erfreut. 

Erst Ende April war der Wanderfalke geschlüpft.
Erst Ende April war der Wanderfalke geschlüpft.  © Harald Wolf
Hoch oben auf dem Rathausturm lebt eine von nur zwei Wanderfalken-Familien in Dresden.
Hoch oben auf dem Rathausturm lebt eine von nur zwei Wanderfalken-Familien in Dresden.  © Eric Münch

Ein Lob sprach er den Dresdnern aus, die sehr gut auf "ihre" Falken achten würden und verletzte Tiere in Not schnell der Auffangstation melden würden. 

Titelfoto: Eric Münch, privat

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