Airbnb & Co.: Rathaus jagt die Schwarz-Vermieter

Dresden - Wer in Dresdens Innenstadt eine Wohnung sucht, braucht Glück oder ein dickes Portemonnaie. Es sei denn, man sucht eine Ferienwohnung. Von denen findet man auf Internetportalen wie Airbnb nämlich immer mehr in den beliebten Vierteln. Der SPD im Stadtrat ist das ein Dorn im Auge. Aus Sorge, dass sich die Lage am Wohnungsmarkt durch diese Zweckentfremdung weiter verschärft, soll das Rathaus dem Thema künftig mehr Aufmerksamkeit schenken.

Vincent Drews (32, SPD) fordert eine stärkere Beobachtung zweckentfremdeter Wohnungen.
Vincent Drews (32, SPD) fordert eine stärkere Beobachtung zweckentfremdeter Wohnungen.  © Steffen Füssel

"Besonders in der Altstadt und der Neustadt müssen wir die Situation im Auge behalten", sagt SPD-Stadtrat Vincent Drews (32). Dort sei der Anteil an Ferienwohnungen zwischen 2017 und 2019 um etwa 50 Prozent gestiegen. 

Das ist das Ergebnis einer Studie im Auftrag von SPD, Grünen und Linken. Deshalb ist nach Ansicht der SPD eine systematische Beobachtung der Entwicklung nötig, die es bislang noch nicht gebe. 

Ein Antrag soll das nun ändern. "Der Oberbürgermeister soll ein Amt festlegen, dass zuständig ist", sagt Drews. 

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Derzeit sei das Thema über verschiedene Ämter verteilt. Wenn die Zuständigkeit geklärt ist, soll die Überwachung auf drei Wegen erfolgen. 

So soll der Ferienwohnungsmarkt regelmäßig mit dem Portal AirDNA beobachtet, mit den Daten des Steuer- und Stadtkassenamtes ein Register erstellt und beantragte Nutzungsänderungen von Wohnraum erfasst werden. 

So soll ein umfassendes Bild entstehen.

Über Portale wie Airbnb werden Wohnungen an Touristen vermietet.
Über Portale wie Airbnb werden Wohnungen an Touristen vermietet.  © 123RF
In Dresden werden immer mehr Wohnungen zweckentfremdet.
In Dresden werden immer mehr Wohnungen zweckentfremdet.  © Eric Münch

Airbnb-Überwachung kann sich positiv in der Stadtkasse bemerkbar machen

Für wenig Geld kann man in Zimmern oder ganzen Wohnungen übernachten.
Für wenig Geld kann man in Zimmern oder ganzen Wohnungen übernachten.  © Screenshot/Airbnb

Zusätzliches Personal oder Infrastruktur seien dafür nicht nötig. 

Im Gegenzug könnte sich die Überwachung positiv in der Stadtkasse bemerkbar machen. 

Denn ob wirklich jeder, der ein Zimmer oder eine Wohnung im Internet anbietet, auch die fällige Beherbergungssteuer an die Stadt zahlt, ist fraglich. 

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Die Entscheidung über den SPD-Antrag trifft der Stadtrat.

Titelfoto: Eric Münch/123RF

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