Anzeigen gegen angehende Mediziner: Minister wertet Klinik-Demo mit den Protest-Studenten aus

Dresden - Hoffnung für die Medizinstudenten? 22 angehende Mediziner hatten Anzeigen kassiert, weil sie am Uniklinikum Dresden gegen einen illegalen "Querdenker"-Aufzug protestiert hatten.

Die Studenten Marie-Luise Rohm (22) und Jonas Steinhäuser (26) trafen sich am Donnerstag mit Polizeipräsident Jörg Kubiessa (56) und Innenminister Roland Wöller (51, CDU).
Die Studenten Marie-Luise Rohm (22) und Jonas Steinhäuser (26) trafen sich am Donnerstag mit Polizeipräsident Jörg Kubiessa (56) und Innenminister Roland Wöller (51, CDU).  © Johannes Filous/Straßengezwitscher

Am Donnerstag nun trafen sich Studentenvertreter mit Innenminister Roland Wöller (51, CDU) und Dresdens Polizei-Chef Jörg Kubiessa (56) zu einem klärenden Gespräch.

"Ich empfand es als ein sehr angenehmes Gespräch auf Augenhöhe", sagt Jonas Steinhäuser (26), der damals den Protest angeregt hatte.

"Wir hatten der Polizei auch nur in zwei Dingen widersprochen. Zum einen geht aus den Gedankenprotokollen der Studierenden hervor, dass versucht wurde, den Protest anzumelden. Außerdem kamen die mehr als zehn Teilnehmer durch die Lagertrennung der Polizei zusammen."

Dresden: Schlimmes Verbrechen in der Dresdner Neustadt: 34-Jähriger soll Frau (24) vergewaltigt haben!
Dresden Schlimmes Verbrechen in der Dresdner Neustadt: 34-Jähriger soll Frau (24) vergewaltigt haben!

Nach der Runde im Innenministerium glaubt auch der Polizeichef, dass es den Versuch einer Anmeldung gegeben habe, obwohl ihm das keine Einsatzeinheit bestätigen haben könne: "Ich habe daher veranlasst, dass diese Bewertung des Protestes auch dem zuständigen Ordnungsamt der Landeshauptstadt übermittelt wird", so Kubiessa.

"Für uns ist wichtig, dass kein Studierender ein Bußgeld zahlen muss"

Medizinstudenten hatten am 13. Januar gegen einen illegalen Aufzug am Krankenhaus protestiert.
Medizinstudenten hatten am 13. Januar gegen einen illegalen Aufzug am Krankenhaus protestiert.  © Sebastian Kahnert/dpa

Ob die Studenten nun Bußgeld zahlen müssen, muss nun das Amt entscheiden. Innenminister Wöller bedankte sich bei den Studenten für ihre Zivilcourage und kritisierte die mangelnde Kommunikation bei dem Einsatz.

Weder die Mediziner noch der Polizeichef wollen den Polizisten vor Ort einen Vorwurf machen. Alle sprechen von einer unübersichtlichen, dynamischen Lage.

"Für uns ist wichtig, dass kein Studierender ein Bußgeld zahlen muss", so Steinhäuser.

Schöner Schein für Sammler: Dresdner Frauenkirche plötzlich 0 Euro wert!
Dresden Wirtschaft Schöner Schein für Sammler: Dresdner Frauenkirche plötzlich 0 Euro wert!

In dem Fall kämen mehrere tausend Euro, die dafür gesammelt wurden, dem "Wünschewagen" des ASB zugute.

Für Samstag haben sich bereits neue Großdemos aus dem "Querdenken"-Spektrum in Dresden, Chemnitz und Leipzig angekündigt. Donnerstagabend untersagte die Dresdner Versammlungsbehörde sämtliche Demos, die nicht bis Freitagmittag angemeldet werden.

Titelfoto: Sebastian Kahnert/dpa

Mehr zum Thema Dresden: