Asbest-Grundstück in Dresden: So soll es jetzt auf dem Strehlener Skandal-Areal weitergehen
Dresden - Mehr als zweieinhalb Monate vergingen nach dem Barackenbrand an der Caspar-David-Friedrich-Straße in Strehlen, bis die asbesthaltigen Abfälle endlich beseitigt wurden. Obwohl sich die teils freiliegenden Bruchstücke wochenlang im Umfeld verteilen konnten, sah das Rathaus von Sanktionen gegenüber dem Eigentümer ab. Der will jetzt auf dem Areal Häuser bauen.
Rückblick: Trotz Warnungen auch seitens der Bürgerschaft hatte der Eigentümer nach Brand und Asbest-Alarm Mitte März rund sechs Wochen gebraucht, um die durchs Feuer zerborstenen asbesthaltigen DDR-Dachplatten mit einer Plane abzudecken. Durch Wind und Wetter hatten sich Bruchstücke bereits auf Gehweg und Beete der Nachbargrundstücke verteilt.
Das Rathaus hatte dem Eigentümer, einer Frankfurter Immobilienfirma, erst spät Fristen zum Handeln gesetzt und sogar selbst einen Einsatz der Stadtreinigung ausgelöst, ohne diese über die Asbest-Gefahr zu informieren.
In Unkenntnis schickte das städtische Unternehmen, das gar keine Asbest-Säuberungen durchführt, eine Kehrmaschine. Das zog Ermittlungen der Rechtsaufsicht nach sich.
Eine Frist zur Beräumung ließ der Eigentümer um fast einen Monat verstreichen. Erst vergangene Woche rollte ein Bagger an.
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Bis zu 50 Wohnungen und 65 Stellplätze sollen auf Asbest-Grundstück gebaut werden
"Die Beräumung erfolgt durch eine Firma, die im Umgang mit asbesthaltigen Abfällen zertifiziert ist", teilte ein Stadtsprecher mit. Demnach sollen die Arbeiten auch einen "leichten Bodenabtrag" umfassen. Ein Anwohner beobachtete Kräfte in weißen Schutzanzügen. Die Brandreste wurden beseitigt.
Ein Mitarbeiter sammelte auch Bruchstücke bei einem Nachbarn ein. Allerdings erst, nachdem sich der Betroffene gemeldet hatte.
Jetzt ist auch klar, wie es auf dem Areal, auf dem noch zwei alte Gebäude stehen, weitergeht: Die Bauaufsichtsbehörde genehmigte dem Eigentümer im Mai einen Vorbescheid zum Abriss des Bestandes sowie zur Errichtung von drei Mehrfamilienhäusern mit bis zu 50 Wohnungen und 65 Stellplätzen.
Titelfoto: Hermann Tydecks
