Auch ohne Karl-May-Festtage: Gold-Nuggets für die echten Indianer

Radebeul - Die Radebeuler Karl-May-Festtage im Mai mussten wegen Corona abgeblasen werden. Die auf dem Volksfest beliebten Karl-May-Medaillen und Gold-Nuggets werden in diesem Jahr dennoch produziert, auch um den Lakota-Indianern in Nordamerika zu helfen.

Gravurmeister Ralf Exner (76) fertigt und prägt die Karl-May-Medaille für die Dakota-Indianer.
Gravurmeister Ralf Exner (76) fertigt und prägt die Karl-May-Medaille für die Dakota-Indianer.  © Holm Helis

Die Nachkommen der Sioux waren zu den Festtagen eingeladen und bereits vergangenes Jahr dabei, zeigten traditionelle Tänze, Tipis, Kultur.

"Bei uns werden sie geschätzt, ganz anders als in den USA", sagt Ralf Exner (76). "Sie leben in Reservaten unter schlechten Lebensbedingungen, mangelhafter medizinischer Versorgung, teils hungern sie sogar. Insbesondere zu Corona-Zeiten."

So entstand mit dem Radebeuler Kulturamt die Idee, den Indianern mittels der diesjährigen Auflage der Karl-May-Medaillen und Gold-Nuggets zu helfen. 

"Die Hälfte unserer Einnahmen geht an den Hilfsverein One Spirit", sagt Exner, der die Sonderedition mit seiner Traditionsfirma (I. Dresdner Medaillenmünze Glaser & Sohn GmbH, gegründet 1868) in Bühlau produziert. 

Der Goldschmied und Gravurmeister produziert 2 500 Münzen (aus Bronze und Silber) sowie 2 000 Beutelchen Nuggets.

Exner, der sonst auch die Verdienstorden und Lebensrettermedaillen des Freistaates prägt, hat zudem ein Spendenprojekt geschaltet: www.startnext.com/karl-may-festtage

Feinste Handarbeit: Mit viel Fingerspitzengefühl entsteht der Prägestock.
Feinste Handarbeit: Mit viel Fingerspitzengefühl entsteht der Prägestock.  © Holm Helis
Ihr Erlös ist wertvolle Hilfe für echte Indianer: eine Handvoll Gold-Nuggets.
Ihr Erlös ist wertvolle Hilfe für echte Indianer: eine Handvoll Gold-Nuggets.  © Holm Helis
Bei früheren Karl-May-Festspielen waren auch leibhaftige Stammesmitglieder aus South Dakota dabei. Diesmal fiel die Sause aus.
Bei früheren Karl-May-Festspielen waren auch leibhaftige Stammesmitglieder aus South Dakota dabei. Diesmal fiel die Sause aus.  © Claudia Hübschmann
Viele Nachkommen der einst so stolzen Indianer leben heute in Armut. Hilfe ist herzlich willkommen.
Viele Nachkommen der einst so stolzen Indianer leben heute in Armut. Hilfe ist herzlich willkommen.  © One Spirit

"Wir wollen daran nichts verdienen, hoffen auf einen guten Erlös für die Indianer", so Exner. Der Verein wolle etwa Lebensmittel, Desinfektionsmittel, Seife und Nähmaterial für Masken kaufen. 

Titelfoto: Holm Helis

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