Einsatz in der Dresdner Messe: So bringen Panzersoldaten das Impfzentrum in Schwung

Dresden - Papiere statt Panzer! Seit Mitte März unterstützen etwa 20 Soldaten des Panzerbataillons aus dem bayerischen Pfreimd und des Militärhistorischen Museums das Dresdner Impfzentrum. Für die Männer in Uniform ist das eine besondere Herausforderung - nicht nur wegen des anderen Umgangstons.

Oberfeldwebel Andrei Kramer (29) beim Schichtwechsel mit einer DRK-Mitarbeiterin.
Oberfeldwebel Andrei Kramer (29) beim Schichtwechsel mit einer DRK-Mitarbeiterin.  © Steffen Füssel

"Normalerweise hätten wir jetzt Übungen", erzählt Oberfeldwebel Andrei Kramer (29). Statt den Umgang mit Waffen und schwerem militärischen Gerät zu trainieren, kümmern sich Kramer und seine Kameraden nun um die Überprüfung der Impfunterlagen, rufen Personen auf und geleiten sie zu den Impfkabinen. Die Impfungen selbst übernehmen zivile Ärzte.

"Der Umgang mit den Zivilpersonen ist schon ein Kontrast zur Rekrutenausbildung", sagt Kramer. "Man spricht anders, ist feinfühliger."

Militärischer Befehlston? Nicht hier! Kräftezehrend ist aber auch diese Arbeit für die trainierten Kämpfer, wenn sie über Stunden einen Impfling nach dem anderen betreuen. Immerhin bekommen im Dresdner Impfzentrum derzeit täglich rund 1500 Personen den lang ersehnten Piks.

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Deren Reaktionen auf die dortigen Mitarbeiter im Allgemeinen und die Soldaten im Speziellen könnten unterschiedlicher kaum sein. "Gestern kam eine ältere Dame an den Schalter, hat sich bedankt und uns eine selbstgepackte Tüte mit Schokolade geschenkt", erzählt Stabsfeldwebel Jörg Haase (43) vom Landeskommando Sachsen.

Stabsfeldwebel Jörg Haase (43) mit den Süßigkeiten, die eine ältere Dame mitgebracht hat.
Stabsfeldwebel Jörg Haase (43) mit den Süßigkeiten, die eine ältere Dame mitgebracht hat.  © Steffen Füssel
Bundeswehr und DRK arbeiten im Impfzentrum Hand in Hand.
Bundeswehr und DRK arbeiten im Impfzentrum Hand in Hand.  © Steffen Füssel
Die eigentlichen Impfungen übernehmen zivile Ärzte.
Die eigentlichen Impfungen übernehmen zivile Ärzte.  © Steffen Füssel

Manch einer wird aber auch ausfällig. "Sie sind ein Vertreter des Staates und müssen das abkönnen", hatte Haase dabei zu hören bekommen.

Beim DRK ist man dagegen äußerst dankbar für die Hilfe. "Das ist eine riesengroße Entlastung", sagt der Einsatzleiter. Schließlich können die eigenen Kräfte dadurch für andere Aufgaben eingesetzt werden.

Titelfoto: Steffen Füssel

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