Auf oder zu? Riesenwirrwarr um die Marktöffnungen in Sachsen

Dresden - Wochenmarkt-Wirrwarr in Sachsen! Erst waren sie noch erlaubt, doch mit der jüngsten Allgemeinverfügung des Freistaates vom 22. März sind die Märkte verboten. 

Der Wochenmarkt in Chemnitz wurde gestern dann doch dichtgemacht.
Der Wochenmarkt in Chemnitz wurde gestern dann doch dichtgemacht.  © Kristin Schmidt

Doch das wurde teils ignoriert, Rathäuser verwiesen auf rechtliche Unklarheit. Auch am Mittwoch empfing ein Wochenmarkt in Dresden seine Kunden. In Chemnitz wurde der Markt am Morgen geschlossen. (TAG24 berichtete)

Der Markt am Münchner Platz in Dresden war am Mittwoch gut besucht. Auf dem Wochenmarkt am Rathaus Chemnitz spielten sich Mittwochfrüh gar dramatische Szenen ab, als die Schließungsverfügung des Rathauses kam. 

Händler verschenkten ihre Ware oder verramschten sie noch eilig zu Spottpreisen. "Unsere Ware wird jetzt komplett im Müllcontainer landen", bedauert Gemüse-Händler Pham Ngoc Luong.

Auch Gärtnermeister Olaf Pause (53) musste einpacken: "Unser Blumengeschäft ist zu. Zwei Mitarbeiter in Kurzarbeit. Die Gärtnerei läuft im Notbetrieb. 12. 500 Primeln und Tausendschön landen auf dem Kompost. 

Wir wissen gar nicht, wohin damit. Das Oster-Geschäft ist ruiniert, die Gewächshäuser voll."

Innenminister Roland Wöller (49, CDU). (Archivbild)
Innenminister Roland Wöller (49, CDU). (Archivbild)  © dpa/Sebastian Kahnert

Innenminister Roland Wöller (49, CDU) hatte indes schon am Dienstag erklärt: "Wochenmärkte sind nicht erlaubt." Man habe dies nun noch mal klargestellt, so Wöller am Mittwoch: "Die Polizei ist angewiesen, dies zu kontrollieren. Märkte werden notfalls zusammen mit dem Ordnungsamt geschlossen." Der Freistaat verweist auf fehlenden Sicherheitsabstand. Zudem würden Märkte oft von älteren Menschen besucht.

Mittwochnachmittag dann das Einsehen auch im Dresdner Rathaus. Die Rechtsunsicherheit sei geklärt. "Die Wochenmärkte in Dresden schließen mit sofortiger Wirkung", so Rathaussprecher Kai Schulz (45). Es sei aber bedauerlich, weil Kleinbauern und Direktvermarkter ihre Ware nicht mehr vor Ort anbieten könnten. Auch Roland Ermer (55), Präsident des Sächsischen Handwerkstages, findet die Komplett-Schließung "überzogen".

Marktbetreiber sollten stattdessen eindeutige Auflagen bekommen.

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Titelfoto: Kristin Schmidt, dpa/Sebastian Kahnert

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