Aufstand gegen Dresdens Gender-Rathaus

Dresden - Egal, ob Binnen-I (TeilnehmerInnen), Gender-Sternchen (Teilnehmer*innen) oder substantivierte Partizipien wie "Teilnehmende": Nach und nach haben Rathaus-Mitarbeiter in Briefen, Vorlagen oder Einladungen begonnen, Sprache zu "gendern". Der Stadtspitze könnte das jetzt wieder verboten werden.

OB Dirk Hilbert (49, FDP) spricht in Reden immer noch die "Dresdnerinnen und Dresdner" an und "gendert" damit eigentlich nicht korrekt.
OB Dirk Hilbert (49, FDP) spricht in Reden immer noch die "Dresdnerinnen und Dresdner" an und "gendert" damit eigentlich nicht korrekt.  © Thomas Türpe

Weil "Mann" und "Frau" manchmal nicht ausreichen, um alle Menschen anzusprechen, wird Sprache immer öfter "gegendert".

So hat beispielsweise das ZDF in Nachrichtensendungen eine "gendergerechte Sprache" eingeführt.

Auch einzelne Ämter im Dresdner Rathaus sind dazu übergegangen, Briefe und offizielle Schreiben offensiv zu gendern und geschlechterneutral zu sprechen.

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So sollen auch Trans-Menschen angesprochen werden. Ganze Seminare drehen sich um dieses Thema.

Im Rathaus herrscht dazu jedoch Uneinigkeit. OB Dirk Hilbert (49, FDP) spricht in seinen Reden weiter die "Dresdnerinnen und Dresdner" an.

Das Presseamt von Chef Kai Schulz (46) verbietet die Sternchen-Schreibweise bei Veröffentlichungen.

So soll die "Lesbarkeit von Texten unter anderem für ältere Menschen und Menschen mit Migrationshintergrund" erleichtert werden.

AfD und Freie Wähler wollen gendergerechte Sprache untersagen

Ist das "Gender-Sternchen" im Rathaus bald verboten?
Ist das "Gender-Sternchen" im Rathaus bald verboten?  © picture alliance/dpa

Ein gemeinsamer Antrag ("Schluss mit dem Genderwahn – Sprache muss einfach und verständlich bleiben") von AfD und Freien Wählern will dem Rathaus den Gebrauch "gendergerechter und geschlechtsumfassender" Sprache nun generell untersagen.

Stattdessen soll die amtliche Rechtschreibung gelten.

"Verwaltung muss sich neutral verhalten. Gendersprache darf nicht von oben nach unten durchgedrückt werden", sagt Silke Schöps (46, AfD).

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Buchhändlerin und Rätin Susanne Dagen (49, Freie Wähler): "Es wird versucht, durch formale und ideologische Bevormundung, die Schönheit und den Reichtum unserer Sprache zu zerstören."

Im Rat wird es zu einer engen Abstimmung kommen.

Die CDU im Land hat bereits eine ähnliche Haltung wie AfD und Freie Wähler eingenommen.

Titelfoto: picture alliance/dpa

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